BASF-Investitionen

KOMMENTAR: Verkündigung zur rechten Zeit

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Mi, 04. Dezember 2013

Grenzach-Wyhlen

Es ist eine gute Nachricht, die BASF am Montag bekannt gab: 40 Millionen Euro fließen bis Ende 2018 in den Standort Grenzach. Zusammen mit der Aussage von BASF-Vorstand Michael Heinz ist das eine kleine Standortzusicherung, die die Gemeinde ja so lange haben wollte. Zu Zeiten der Diskussion um den Chemierecycler Zimmermann hatte eine fehlende Zusage bedeutenden Anteil daran, dass die Veränderungssperre verhängt wurde. Hätte man sich in Ludwigshafen ein Jahr früher eben dieses Bekenntnis abringen können, wer weiß, wie die Abstimmung ausgegangen wäre.

Mit der Sanierung der Kesslergrube ist das nächste für das Image nicht gerade förderliche Thema auf BASF eingestürzt. Dass Roche totalsaniert und BASF die Altlasten in ihrem Bereich der Grube nur absichern will, sorgt für Unverständnis und Ablehnung. Auch hierzu wurde von Kritikerseite argumentiert, dass BASF sich ja vom Standort trennen wolle. "Bald sind sie fort", hieß es auf einem Plakat der Bürgerinitiative. Dass eine Zusage für den Standort jetzt kommt, wird teils als taktischer Zug wegen der Gespräche zum Nachhaltigkeitsgutachten betrachtet, aber die Frage ist, ob der Goliath BASF die Angriffe des Davids aus Grenzach-Wyhlen überhaupt richtig wahrnimmt. Denn rein taktisch hätte man wirklich einen besseren Zeitpunkt der Verkündigung finden können. Vielleicht geht es der BASF einfach nur darum, dass man in Grenzach mit gut ausgebildeten Mitarbeitern konkurrenzfähig produzieren kann. Für die Mitarbeiter kommt die Investitionszusage jedenfalls zum richtigen Zeitpunkt. Zu oft haben sie sich in den vergangenen Jahren Gedanken machen müssen, wie es in nächster Zeit mit dem Arbeitsplatz weitergehen möge.