Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
25. November 2010
Lärm messen, wo er entsteht
Runder Tisch Hafenlärm tagte am Montag / Lärmkataster 2010 ist in Bearbeitung.
GRENZACH-WYHLEN. Am Montag fand die fünfte Sitzung des "Runden Tisches Hafenlärm Birsfelden" statt, bei der über die aktuelle Situation im Hafen, die dortigen Brandgefahren, die Lärmmessstationen in Grenzach-Wyhlen und dem Hafen sowie über den Stand des Lärmbelastungskatasters berichtet wurde.
In einer Pressemitteilung informiert das Landratsamt über den Verlauf des Treffens, an dem neben Vertretern des Hafens und der Gemeinde auch die IG Hafenlärm teilnahm. Von der Hafenverwaltung wurde demnach berichtet, dass der Warenumschlag im Hafen im Bereich Kohleumschlag weniger wurde, andere Bereiche wie Stahl oder landwirtschaftliche Güter würden wieder leicht anziehen. Für den Hafen wäre dies eine "normale Situation". Von deutscher Seite wurde gefordert, dass Mitarbeiter, die Eisenbahnwaggons mit Stahl beladen, informiert werden sollten, mehr Sorgfalt walten zu lassen, um Lärmspitzen zu vermeiden. Je nachdem, wie die Bagger bedient werden, gebe es große Unterschiede, so Mitglieder der IG. Außerdem wäre es sinnvoll, wenn die errichtete Betonwand mit absorbierenden Materialien beschichtet würde.Die Sorge der Bevölkerung wegen möglicher Brandlasten durch den aufgestapelten Schrott wurde von Schweizer Seite differenziert gesehen. Dies wäre nicht mit einem Brand in einem Schrottlager- und Verarbeitungsbetrieb in Deutschland vergleichbar. Die deutsche Behördenseite bat um Klärung, ob bei einer eventuell regelmäßig stattfindenden Brandschau eine weitere Beurteilung möglich sei. Gleichzeitig sollte geklärt werden, ob mit der Schweizerischen Gebäudeversicherungsanstalt eine solche Besichtigung möglich sei. Die Hafenverwaltung sicherte beides zu.Werbung
Zusätzlich zur Lärmmessstation in Grenzach-Wyhlen wurde letzte Woche eine weitere Lärmmessstation im Birsfelder Hafen installiert. Diese Station soll nach einer Testphase in den nächsten Tagen in Betrieb gehen und Vergleichswerte liefern.
Die Schweizer Behördenvertreter gingen auf Auswertungen bestimmter lärmrelevanter Tage ein. Aufgrund technischer Probleme habe es diverse Ausfälle der Anlage gegeben. Weiter wurde über eine mögliche Verlegung der Lärmmessstation in Grenzach-Wyhlen wegen des Baus der Umgehungsstraße berichtet.
Das Lärmbelastungskataster 2010 ist in Bearbeitung. Fehlende Daten bezüglich des Schrottplatzes im Hafen werden demnächst vom Betreiber geliefert. Sobald das Kataster erstellt ist, wird die deutsche Behördenseite informiert und die Daten auf der Homepage des Kantons Basel-Landschaft publiziert. Aufgrund des Lärmbelastungskatasters 2009 wurden die lautesten Anlagen saniert. Gespräche mit den Hauptemittenten hätten stattgefunden. Hierdurch sei erreicht worden, dass die Grenzwerte, die an einem Hochhaus in Birsfelden überschritten wurden, nachts nun eingehalten würden. "Dies brachte auch eine Verbesserung für Bereiche in Grenzach-Wyhlen", so Hans-Werner Martini vom Fachbereich Umwelt des Landratsamts. Ein weiteres Treffen wurde für Herbst 2011 vereinbart.
Autor: Ralf H. Dorweiler
