Leserbriefe

Elke Habel, Grenzach-Wyhlen

Von Elke Habel & Grenzach-Wyhlen

Di, 22. Oktober 2013

Grenzach-Wyhlen

KESSLERGRUBE
BASF will sich aus Verantwortung stehlen
Zum BZ-Artikel "Großeinsatz in der Kesslergrube", BZ vom 19. Oktober
Wer beim Bürgerinformationsabend der Gemeinde Ohren hatte zu hören, der hat verstanden: Roche nimmt ihre Verantwortung gegenüber Menschen und Umwelt wahr und saniert ihren Anteil an der Kesslergrube nachhaltig. Bei der BASF spielt Nachhaltigkeit offensichtlich keine Rolle, denn genau dieser Punkt fehlte, als Günter Fritz, Leiter des Bereichs Altlasten bei der BASF Schweiz, die Sanierungskriterien dieser Firma vorstellte. Da war zwar die Rede von Effektivität, Zuverlässigkeit und Umweltverträglichkeit – von Nachhaltigkeit jedoch kein Wort.

Eine Frage aus dem Publikum betraf die Kläranlage, die sich noch auf der Kesslergrube befindet und die die Gemeinde verlagern wird. Ob das Gutachten der BASF anders ausgefallen wäre, wenn dieser Gemeinderatsbeschluss schon früher gefällt worden wäre, wollte ein Zuhörer wissen. Günter Fritz antwortete kurz und bündig mit "nein".

Wusste er denn nicht, dass Daniel Rehm, Vertreter der BASF bei der Vorstellung der Sanierung in der Gemeinderatssitzung am 18. Juni 2013, genau das Gegenteil gesagt hatte? Einer von drei Gründen, weshalb sich die BASF für die Einkapselung entschieden hatte, so Rehm, sei die Kläranlage auf der Kesslergrube. Was gilt nun? Wird vielleicht nur das geäußert, was gerade opportun ist?

Der weltweit größte Chemiekonzern BASF, der eine nachhaltige Sanierung aus seiner Portokasse bezahlen könnte, will offensichtlich seine Billiglösung durchziehen und schämt sich nicht einmal für sein Verhalten. Wir dürfen nicht zulassen, dass sich die BASF so billig aus ihrer Verantwortung stiehlt!

Elke Habel, Grenzach-Wyhlen