Leserbriefe

Brigitte Lindemann, Grenzach-Wyhlen

Von Brigitte Lindemann & Grenzach-Wyhlen

Sa, 02. März 2013

Grenzach-Wyhlen

FIRMA ZIMMERMANN
Schwarzwaldidyll auf dem Neufeld
Zur Diskussion um die Ansiedlung der Firma Zimmermann
,Auch mich beschäftigt das Thema "Zimmermann", besonders die gezielte Panikmache von Pensionären, die ihr Schwarzwaldidyll auf dem Neufeld pflegen wollen, und sich keine Sorge mehr um ihre Arbeitsplätze machen müssen, wie viele meiner Bekannten und Kollegen.

Ich lebe gerne in Grenzach und wir sind bewusst hierher gezogen, gerade wegen der Industrie, aber auch wegen der dadurch überdurchschnittlich guten Infrastruktur vor Ort. Wir schauen sogar direkt auf die Industrie auf beiden Seiten des Rheins, und wir kennen viele Familien, die auf der Suche nach einem Haus in Grenzach sind. Wer also aus dieser gefährlichen Gegend wegziehen möchte, muss sich keine Sorge um den Verkauf seines Hauses machen. Und was eine Wohnbebauung am Rhein angeht, schon Carantius wusste, dass in etwas Abstand zum Fluss die bessere Wohnlage ist.

Jeder von uns produziert täglich Sondermüll, das heißt Müll, der nicht ohne Vorbehandlung deponiert werden darf, im Haushalt, als Autofahrer, als Mitarbeiter in Industrie und Handwerk in der Region, ja sogar als Nutzer regenerativer Energien (Holzasche ist aufgrund der hohen Bleibelastung Sondermüll!), doch den wenigsten ist dies bewusst.

Soll dieser Müll weiterhin viele hundert Kilometer durch unzählige Dörfer und Städte gefahren werden, oder wie früher im Meer oder der nächstliegenden Grube versenkt werden? Oder sollen die Abfälle gereinigt und die darin enthaltenen Rohstoffe wieder verwertet werden?
Alle schreien doch nach Sanierung der bestehenden Altlasten, aber die neu anfallenden Abfälle sollen doch bitte woanders entsorgt werden. Vielleicht brauchen wir ja auch keine Kläranlage mehr, weil jeder wieder eine Grube hinter seinem Haus anlegt oder die Abwässer in einen anderen Ort gepumpt oder gefahren werden?

Wir haben hier in der Region die gut ausgebildeten Leute, um chemische Prozesse sicher und verantwortungsvoll ablaufen zu lassen, auch die Behandlung von Sonderabfällen. Aber Müll raus bringen ist schon bei Kindern nicht beliebt, und Putzfrau oder Müllmann gehört auch nicht zu den Traumberufen der meisten Menschen, Abfall war noch nie sexy.

Wenn ich an die Zukunft meiner Kinder und vielleicht einmal Enkel denke, dann mit Blick über den heimischen Schornstein hinaus. Dann muss ich auch die größeren geografischen und zeitlichen Zusammenhänge betrachten.
Ich hoffe sehr, dass sich die Firma Zimmermann in Grenzach ansiedelt, und statt Abrissarbeiten bald etwas Neues aufgebaut wird.
Brigitte Lindemann, Grenzach-Wyhlen

Ich bin enttäuscht
Zum Erörterungstermin und der Veranstaltung des Zukunftsforums (BZ vom 1. März)
Zwei für die Zukunft unserer Gemeinde immens wichtige Veranstaltungen fanden in dieser Woche statt, doch weder bei dem sehr informativen und gut besuchten Abend der "BI Zukunftsforum" noch beim ganztägigen Erörterungstermin mit Vertretern des Regierungspräsidiums Freiburg waren mehr als vier beziehungsweise sechs Gemeinderäte anwesend. Dabei liegt in deren Händen die Entscheidung über unser aller Wohlergehen.

Ich bin enttäuscht. Von Demokratie, also von der Bedeutung des Volkes an wichtigen Entscheidungsprozessen, hatte ich bisher eine andere Vorstellung. Für die Bürgerversammlung am Montag würde ich mir wünschen, dass viele unserer Mitbürger erscheinen, da die Ansiedlung eines Sondermüllentsorgers und deren Folgen für die zukünftige Gestaltung unserer Region jeden Einzelnen angehen.

Dr. Carola Lambelet, Grenzach-Wyhlen