Leserbriefe

Thomas Dix, Grenzach-Wyhlen

Von Thomas Dix & Grenzach-Wyhlen

Do, 11. Dezember 2014

Grenzach-Wyhlen

KESSLERGRUBE
"Rote Karte für das Landratsamt"
Zum Sanierungsbescheid des Landratsamts Lörrach über Perimeter 2 der Kesslergrube erreichte uns dieser Leserbrief:
Hat das Landratsamt Lörrach in den vergangenen Jahren womöglich eine gesundheitliche Gefährdung der Einwohner Grenzach-Wyhlens billigend in Kauf genommen? Diese Schlussfolgerung könnte man ziehen, wenn man die Begründung des angeordneten Sofortvollzuges im genehmigten Sanierungsplan für Perimeter 2 der Kesslergrube liest.

In den 1960er Jahren gab es mehrere Aktenordner füllende Beschwerden und Anzeigen wegen illegaler Ablagerungen von Giftmüll und Schadstoffen auf dem Areal der Kesslergrube und was hat das Landratsamt seinerzeit dagegen unternommen? Nichts! In den 1970er Jahren hat das Landratsamt dann die Errichtung der heutigen Kläranlage auf der bekannten Altlast der Kesslergrube genehmigt – auf welcher gesetzlichen Grundlage?

Ferner will uns das Landratsamt nun die Einkapselung mit der Begründung schmackhaft machen, dass "sie künftige neue, effizientere, ökologisch verträglichere Sanierungsmethoden nicht verunmöglicht". Ist demnach die genehmigte Einkapselung doch nicht so effizient und ökologisch verträglich wie behauptet?

Und glaubt man in Lörrach allen Ernstes, dass die Verantwortlichen bei BASF zwei Generationen später auch nur einen müden Cent locker machen werden, um die Umspundung wieder rückgängig zu machen? Mir ist kein einziger Fall bekannt, bei dem eine Einkapselung wieder rückgängig gemacht worden wäre.
Thomas Dix, Grenzach-Wyhlen"Für mich stellt sich die Führungsfrage"
Ein weiterer Leser beschäftigt sich mit der Genehmigung für die BASF, ihren Teil der Kesslergrube zu umspunden:
Erst eine Geheimplanung für ein Asylbewerberheim in Brombach ohne Einbindung des Ortschaftsrats und der Stadt Lörrach, dann die ursprünglich katastrophale Planung der Baumaßnahme der Rührbergstrecke ohne Berücksichtigung der vielen Betroffenen und nun der Sofortvollzug der Kesslergruben-Umspundung. Diese ruht "friedlich" seit über 40 Jahren, 1974/75 mit Absicht weitgehend überdeckt von einer groß dimensionierten Industriekläranlage. Es eilt demnach nicht so für eine gute Lösung; selbst Basel rheinabwärts kann keine akute Schadstoffproblematik ex Kesslergrube erkennen. Die Notwendigkeit einer dauerhaften Sanierung der Chemieabfall-Grube sei jedoch unbestritten. Für mich stellt sich aufgrund der genannten Leistungen die Führungsfrage im Landratsamt. Die Verteilung von Ehrenurkunden und Wappenschilden reicht nicht.
Dr. Erwin Brunn, Grenzach-Wyhlen