Leserbriefe

Dr. Dipl.-Chem. Gabriele Tuchscherer, Grenzach-Wyhlen

Von Dr. Dipl.-Chem. Gabriele Tuchscherer & Grenzach-Wyhlen

Fr, 19. Februar 2016

Grenzach-Wyhlen

CHEMIEUNFALL IN PRATTELN
Wie viel Gestank ertragen wir noch?
Zum BZ-Artikel "Feuerwhereinsatz nach erneutem Chemieunfall" vom 18. Februar
Der Preis unseres Wohlstandes muss immer wieder neu bezahlt werden. Das zeigte sich besonders am Mittwochabend, als ein Unfall in einem Chemieunternehmen in Pratteln zur Ausbreitung eines knoblauchartig riechenden Gestanks in unserer Gemeinde führte und die Bevölkerung zum Schließen von Fenstern und Türen aufgefordert wurde. Dies kann in der mit Störfallbetrieben belasteten Region trotz strenger Umweltrichtlinien und Vorsichtsmaßnahmen immer wieder einmal passieren. Der hier lebende Bürger nimmt diese Belästigungen solange in Kauf, wie das Verhältnis zwischen Wertschöpfung und damit verbundener Umweltbelastung in Einklang steht. Dieses Kriterium gilt bei der Bevölkerung als Gradmesser der Toleranz gegenüber der ansässigen chemischen Industrie.

Ganz im Gegensatz dazu führt die Ansiedlung eines Sondermüllentsorgers zu einer Umweltbelastung, die in keinem Verhältnis zum Gewinn für die Gemeinde steht. Eine Vielzahl von Unfällen in der nahen Vergangenheit, verbunden mit Geruchsbelästigungen, Umweltschäden und menschlichen Opfern, belegen, dass Sondermüllentsorgung eine latente Gefahrenquelle darstellt und insbesondere nicht ins Zentrum einer schon risikobelasteten Region gehört.

Nach Gesetzeslage sollten in Wohngebieten nicht mehr als 10 Prozent der Stunden eines Jahres als sogenannte "Geruchsstunden" vorliegen. Die von der Firma Zimmermann beantragten Schadstoff- und Geruchsemissionen, die über einen 40 Meter hohen Kamin über unsere Region verteilt werden sollen, können das gesetzlich erlaubte Kontingent bis an die Grenzen ausschöpfen, ohne der Gemeinde durch Schaffung von Arbeitsplätzen und Steuermitteln einen Gegenwert zu liefern. In dieser Hinsicht war der Unfall in Pratteln ein warnender Vorbote, der zum Riechen anregen sollte, bevor durch die geplante Zimmermann-Ansiedlung das Ganze zum Himmel stinkt.

Dr. Dipl.-Chem. Gabriele Tuchscherer, Grenzach-Wyhlen



LAGUNE
Das sollte sie nicht tun
Zum BZ-Artikel "Studie: Region profitiert von Lagune" vom 18. Februar
Ulrike Ebi-Kuhn sollte nicht die Zukunftsmusik namens Lagune als "Leuchtturmprojekt" bezeichnen, und gleichzeitig die jahrzehntelangen längst überholten Pläne zur B34 neu umsetzen wollen!

Elke Habel, Grenzach-Wyhlen