Leserbriefe

Dr. Carola Lambelet, Grenzach-Wyhlen

Von Dr. Carola Lambelet & Grenzach-Wyhlen

Di, 20. Mai 2014

Grenzach-Wyhlen

KESSLERGRUBE
Ein Bauwerk für die Ewigkeit?
Zu: "Wenige Bürger stellen viele Fragen", BZ vom 17. Mai.
Vor etwa 7000 Jahren begann mit der Seßhaftwerdung des Menschen die Jungsteinzeit in Mitteleuropa. Diese Zeitdauer gilt auch für die Halbwertszeiten mancher Stoffe, die in der Grenzacher Kessler-Grube lagern - eine unvorstellbar lange Zeit. Der durchschnittliche Bestand eines heute gebauten Bauwerks beträgt dagegen 100 Jahre, und das Überleben von Firmen lässt sich in der heutigen Zeit gar nicht erst voraussagen.

Wie kann einem dann bei der Informationsveranstaltung der BASF von Seiten des für die Umspundung der Kesslergrube zuständigen Ingenieurbüros entgegnet werden, dass es für die 780 m lange und 32 m tiefe, bis 9 m in den Muschelkalk gerammte Schutzmauer kein Verfallsdatum gäbe? Welches Bauwerk unserer Erde hat schon das oben genannt Alter erreicht – von den nötigen Sicherheitsstandards ganz zu schweigen? Erfahrungen mit Schutzwänden dieser Art habe man nach Auskunft der Bauherren seit ganzen 40 Jahren.

Wer nimmt sich des verseuchten Areals an, wenn alle Beteiligten längst im Ruhestand sind oder die Firma BASF nicht mehr existiert? Wie verantworten wir diese Fahrlässigkeit gegenüber den uns nachfolgenden Generationen?
Dr. Carola Lambelet, Grenzach-Wyhlen