Leserbriefe

Thomas Dix, Grenzach-Wyhlen

Von Thomas Dix & Grenzach-Wyhlen

Do, 28. Mai 2015

Grenzach-Wyhlen

RHEINVORLAND WEST
Beharren verhindert fruchtbaren Dialog
Ein Leserbrief erreichte uns zur zur Infoveranstaltung Bebauungsplan BASF-Areal
Ein eher ernüchterndes Fazit der Bürger-Information zum Bebauungsplan "Rheinvorland-West" ist, dass die geplante Ansiedlung des Sondermüllentsorgers Zimmermann durch die Veränderungssperre lediglich hinausgezögert, jedoch nicht verhindert werden kann, was viele Bürger überraschte.

Ein weiteres Fazit der Veranstaltung ist, dass die Ansiedlung der Firma Zimmermann von der großen Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird, weil dadurch eine zukunftsorientierte Nutzung des in weiten Teilen brach liegenden BASF-Areals auf Jahrzehnte verbaut wäre und sich unsere Region langfristig zu einem Sondermüllzentrum entwickeln würde.

Ein Konsens über die zukünftige Gestaltung des Areals kann nur erreicht werden, wenn die BASF-Verantwortlichen den Willen der Bevölkerung ernst nehmen und von der Absicht, einen Sondermüllentsorger anzusiedeln, Abstand nehmen. Mit diesem Zugeständnis an die Gemeinde kann ein echter Dialog über eine allen Seiten gerecht werdende Gestaltung des Areals beginnen.

Das Ziel müsste sein, ein zukunftsfähiges, klares Standortprofil zu entwickeln "unter Einbeziehung von Experten aus den Bereichen Raumplanung, Altlastensanierung, Standortentwicklung, Life Sciences und Ansiedlungsmanagement. Das Nachfragepotenzial für hochwertige Flächen für chemisch-pharmazeutische Entwicklung, Produktion und Dienstleistungen ist durchaus vorhanden" (Michael Bertram: Chancen aus Strukturwandel, 2015), wie mehrere Studien über die regionale Entwicklung zeigen. Dieses würde auch den noch knapp 200 BASF-Beschäftigten am Standort Grenzach neue Perspektiven und Möglichkeiten eröffnen.

Ein Beharren auf dem bis dato vom BASF-Management kommunizierten Standortprofil – Umspundung und Sondermüllentsorgung – verhindert einen fruchtbaren Dialog und wird der propagierten Eigenverantwortung für nachhaltiges Handeln des ansonsten innovativen Global Players nicht gerecht.

Thomas Dix, Grenzach-Wyhlen