Leserbriefe

Michael Faulhaber, Grenzach-Wyhlen

Von Michael Faulhaber & Grenzach-Wyhlen

Di, 05. März 2013

Grenzach-Wyhlen

ZIMMERMANN/BASF
Beamte sind Dienstleister
Zum Erörterungstermin vom Donnerstag, 28. Februar.
Es hat mich gefreut, dass das RP diesen Erörterungstermin durchführte, obschon dazu angeblich keinerlei Verpflichtung bestünde, zeigt es doch ein wenig Handlungsfreiheit bei unseren Vorschriftengebundenen Beamten. Sehr gefreut hat mich, dass ergänzend zu den Einsprüchen zusätzliche Fragen gestellt werden konnten, das hatte ich nicht erwartet.

Weniger gefreut hat mich, dass einige Fragen unbeantwortet blieben, zum Beispeil, ob der Kamin schon für eine zukünftige Verbrennung ausgelegt ist? Trotz Nachhaken kein Ja, kein Nein, nur Schweigen, dabei ist das für anstehende Entscheidungen von Belang, sowohl für die Gemeinde als auch privat. Für das RP ist das irrelevant, da jetzt noch keine Verbrennung beantragt ist. Deutlich weniger relevant für die Erörterung war allerdings die Selbstdarstellung des Antragstellers. Trotzdem erhielt er einigen Raum für Eigenwerbung, was auf mich keinen guten Eindruck gemacht hat. Dies und ein paar weitere Verhaltensweisen zeigen beim RP ein deutliches Selbstverständnis als Dienstleister. Das ist zwar richtig, Beamte sind Staatsdiener, nur, der Staat sind wir Nettosteuerzahler, die sich die Spezialisten in den Amtstuben leisten, damit sie alle Gesetze, Richtlinien und Verordnungen auch in diesem Fall abprüfen. Am Erörterungstermin konnte ich mich davon nicht überzeugen, zu oft empfand ich das RP als willfährigen Handlanger. Schade.

Michael Faulhaber, Grenzach-Wyhlen

Namentlich abstimmen
Ich bin dafür, dass die Entscheidungsträger über die Ansiedlung der Entsorgerfirma Zimmermann namentlich abstimmen müssen.

Mit relativ hohem Verwaltungs- und Kostenaufwand wurde für die Radfahrer eine Sicherheitszone aufgebracht. Diese war infolge hohen Verkehrsaufkommens auch dringend geboten. Für die Radler ist es jedoch keine Freizone. Mit der Ansiedelung der Firma Zimmermann kommen zu dem hoch frequentierten Straßenverkehr täglich nochmals 150 bis 180 40-Tonner, hinzu, die keine Lebensmittel, sondern Sondermül transportieren.

Stellen sie sich vor: Ein Verkehrsunfall, mitten im Dorf, weil eine Umfahrung wird es vor 2025 zumindest in Wyhlen nicht geben. Auf der Fahrradsicherheitszone herrscht ebenfalls reger Verkehr wie auf der Bundesstraße 34. Es muss ja nicht unbedingt gleich eine Explosion, ein Aufplatzen eines Tanks und auslaufen reicht ja mal fürs Erste, vielleicht auch in Keller oder es läuft in die Kanalisation, reagiert chemisch mit anderen Materialien und verteilt sich im Dorf. Wie viele chemische Dämpfe, meist unsichtbar dabei frei werden, bis diese Stoffe endlich definiert sind, haben sie vielleicht bereits zu viel eingeatmet mit Folgen. Möchten Sie das? Ich nicht!

Ich möchte jeden Entscheidungsträger, der für die Ansiedelung der Firma Zimmermann gestimmt hat, persönlich einen Schuldvorwurf machen, weil er solch eine Havarie billigend in Kauf genommen hat. Udo Männer, Grenzach-Wyhlen

Landesweite Relevanz
Die Ansiedlung von Zimmermann betrifft nicht nur die Grenzach-Wyhlener sondern ist von landesweiter Relevanz. Die etwa 14 000 Lastwagenfahrten pro Jahr mit abertausend Tonnen an Chemiemüll werden nicht nur Wyhlen und Grenzach heimsuchen, sondern dieser Unsinn wird auf allen Autobahnen und Landstrassen unsere Ländles stattfinden; denn der Müll wird aus ganz Südeutschland angekarrt werden. Die schiere Zahl der Fahrten wird fast zwangsweise irgendwann zu Unfällen führen: ein Hund auf der Strasse, ein beschwipster oder textender Autofahrer, oder gar ein verwirrter Eidgenosse auf Nahrungssuche, und schon hats geknallt.

Chemiemüll sollte am Ort der Entstehung entsorgt werden müssen. Die Chemietransporte sind weit gefählicher als die Transporte von Atommüll, da mit einer viel größeren Frequenz viel riesigere Mengen an Material durch die Gegend gefahren wird. Dieses Konzept ist schlicht falsch und gehört abgestellt, und zwar landesweit.Willi Halfter, Grenzach-Wyhlen