Leserbriefe

Klaus Elsässer, Grenzach-Wyhlen

Von Klaus Elsässer & Grenzach-Wyhlen

Di, 03. Juni 2014

Grenzach-Wyhlen

KESSLERGRUBE
BASF macht ihr Leitbild unglaubwürdig
Zur laufenden BZ-Berichterstattung
"Wir richten unser Handeln am Leitbild der nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung, Sustainable Development, aus." (Zitat aus der Webseite der BASF ). Nimmt man diese wohlklingenden Worte des Unternehmens ernst, dann wundert man sich über die Kaltschnäuzigkeit, mit der die für die Sanierung des Perimeters II Verantwortlichen das Nachhaltigkeitsgutachten von Dr. Dörr in ihrem Sinne uminterpretieren und die wertvolle Arbeit des Gutachters herabsetzen. Wie sich doch schöne Statements und reales Handeln beißen können!

Real ist aber auch die Sorge vieler Bürger, in unmittelbarer Nähe einer der größten und am stärksten belasteten Giftmüllgruben Baden-Württembergs leben zu müssen. Dies ist jedoch für die BASF offensichtlich ohne besondere Bedeutung, ebenso wenig die einstimmige und den Totalaushub fordernde Resolution des Gemeinderates, die einfach ignoriert wird. Mit aller Macht, die dem Konzern reichlich zur Verfügung steht, soll die wesentlich billigere Lösung der Einkapselung, die natürlich auch im Interesse der Aktionäre ist, durchgedrückt werden. Die gewaltigen Folgekosten werden danach wie üblich den Steuerzahlern der jetzigen und kommenden Generationen aufgebürdet.

Warum nur weigert sich die BASF ihr an sich wertvolles Areal nicht von Grund auf und für immer zu sanieren, um darauf anschließend innovative und nach modernsten Umweltstandards arbeitende Industrie-Gewerbe-und Dienstleistungsbetriebe mit attraktiven Arbeitsplätzen anzusiedeln und dies in transparenter Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde? Es ist grotesk, mitansehen zu müssen, wie die BASF ihr Leitbild von nachhaltigem und zukunftsverträglichem Handeln bei der Sanierung der Kesslergrube selbst widerlegt und damit unglaubwürdig macht.

Klaus Elsässer, Grenzach-Wyhlen