Leserbriefe

Dr. Rainer Polley, Grenzach

Von Dr. Rainer Polley & Grenzach

Mo, 11. März 2013

Grenzach-Wyhlen

ZIMMERMANN-ANSIEDLUNG

An den Gittern rütteln bringt nichts
Zum Artikel "Bürgermeister schlägt BI-Kurs ein" vom 6. März ging dieser Leserbrief ein.
Ich finde die Firma Zimmermann auch nicht sexy. Sie stellt keine monoklonalen Antikörper zur Krebstherapie her. Sie beseitigt lediglich Stoffe, die wir alle, mit unserem Stil zu leben, tagtäglich produzieren. Auch um die Altlasten unter dem BASF Gelände zu beseitigen, brauchen wir derartige Betriebe. Wenn wir jetzt eine Veränderungssperre verhängen, wird eine angesichts der Altlastensituation noch mögliche Entwicklung für das Gelände unterbunden. Wir bekommen statt der Chance auf einen Reifenadditivhersteller wie in Schweizerhalle eine Industriebrache. Zusätzlich bleibt der BASF mangels eigener Entwicklungsmöglichkeiten nur der Abzug. Wir verlieren dadurch rund 200 Arbeitsplätze und bei Zulieferern und Serviceunternehmen 50 weitere. Gewerbebetriebe werden um das Gelände einen Bogen machen.

Wer steckt schon Geld in die Erstellung von Plänen, wenn er Gefahr läuft, beim ersten Spatenstich auf Überraschungen zu stoßen? Ich kenne nicht die rechtliche Situation der Kläranlage. Die BASF ist sicher bereit, uns diese mit dem Teil des altlastenverseuchten Geländes kostenlos zu überlassen. Aber dann sitzen wir auf einer überdimensionierten Anlage. Was das für die Betriebs- und Unterhaltskosten bedeutet, kann jeder abschätzen. Sorry, die Hoffnungen der BI auf einen besseren Weg ohne Zimmermann teile ich nicht. Wir haben 110 Jahre von der Geigy und Nachfolgebetrieben profitiert und sitzen jetzt in der Falle. Es ist verständlich, dass jetzt einige emotional bewegt an den Gittern rütteln. Aber das bringt nichts.
Dr. Rainer Polley, Grenzach