Mehr als 38 Lkw sollen es nicht sein

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Do, 26. Juli 2012

Grenzach-Wyhlen

Zimmermann-Gruppe stellt dem Gemeinderat die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsuntersuchung vor.

GRENZACH-WYHLEN. Blassgrünes Licht für die Ansiedlung des Chemierecyclers Zimmermann-Gruppe auf dem Areal der BASF: Die Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) wurde mit ihren Ergebnissen in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause vom Technischen Leiter des Unternehmens, Jörg Wellenbüscher, vorgestellt. Bei allen Punkten wurde als Bewertung festgestellt, dass es "keine bis geringe Auswirkungen" gebe.

Drei pralle Aktenordner sind in der Verwaltung eingegangen, die die Ergebnisse der Prüfung enthielten. Vorgestellt wurde eine tabellarische Zusammenfassung. Wie die Verwaltung mitteilte, müsste die Firma Zimmermann laut Regierungspräsidium Freiburg in einzelnen Punkten noch ergänzende Angaben liefern. Die bestehenden Ergebnisse lassen aber erahnen, dass es durch die Ansiedlung und den Betrieb des Werks zu nur geringen Auswirkungen auf Natur, Kulturgüter und Mensch kommen wird. Um dies greifbarer formuliert zu bekommen, fragte Bürgermeister Jörg Lutz nach, was die Bürger konkret mitbekommen würden.

Wellenbüscher erläuterte zunächst, dass das Genehmigungsverfahren jetzt starte und mindestens sechs Monate dauern werde. Dann schilderte er ein paar Kennzahlen zur Anlage, um die Verkehrsbelastung zu erklären. Die geplante Anlage hat eine Kapazität zur Bearbeitung von 60 000 Tonnen Flüssig- und 80 000 Tonnen Feststoffen. "Ein Auto, das 200 fahren kann, reizt auch nur selten diese Höchstgeschwindigkeit aus", gab er als Bild, dass es sich bei diesen Werten um Maximalangaben handele. Das Unternehmen kalkuliere, nach vier Jahren im Bereich der Flüssigkeiten 45 000 Tonnen zu recyclen, bei den Feststoffen geht man davon aus, den Maximalwert zu erreichen.

Würde die Anlage mit maximaler Kapazität fahren und im schlimmsten Fall alle Transporte über die Straße laufen, käme es zu einer Verkehrsbelastung von im Schnitt 38 Lkw pro Tag. Eingesetzt werden sollen neue Fahrzeuge, die geräuschreduziert sind. Mittelfristig wolle man Transporte aber auch über die Schiene und per Schiff vornehmen. "Sie werden sehr selten 38 Lkw mitbekommen", so Wellenbüscher.

Die Anlage bezeichnete er als "schick, schön, farbig gut gestaltet". Nach Grenzach komme ein "optimiertes Sammelsurium aus 50 Jahren Betriebserfahrung", sagte er. Emissionen werde es kaum geben. Sichtbar werde allerdings ein 40 Meter hoher Schornstein sein. Grund für die Höhe sei eine Vorgabe, nach der ein Schornstein der umgebenden Bebauung angepasst sein muss. Das Hochhaus der BASF gebe daher die 40 Meter vor.

Lutz wollte noch wissen, was passiere, wenn sich die BASF vom Standort Grenzach zurückziehen sollte, worauf Wellenbüscher erklärte, das Betriebsgelände zunächst für 35 Jahre gepachtet zu haben. Der Betrieb werde durch die Werksfeuerwehr der BASF mitbetreut. Ohne die BASF müsste man in diesem Bereich eine neue Lösung finden. Auf die Kläranlage sei der Betrieb angewiesen, ansonsten agiere man vollkommen unabhängig von der BASF.

In der Kläranlage werden 1,5 Millionen Kubikmeter Abwasser der BASF, und die gleiche Menge Abwasser der Kommune gereinigt. Die Firma Zimmermann würde mit 45 000 Kubikmetern nur 1,5 Prozent der Gesamtkapazität nutzen.

In der Sitzung gab es noch keinen Beschluss zu fassen. Die Gemeinde zeigte sich bestrebt, die Entwicklung des BASF-Areals einvernehmlich mit der Eigentümerin durch einen Rahmenplan zu steuern. Erste Gespräche hätten stattgefunden. Grüne und Freie Wähler brachten noch einen Antrag ein, in dem ein solcher Rahmenplan gefordert wird, damit nicht bei jeder weiteren Ansiedlung die Punkte wieder erneut diskutiert werden müssten. Es sollten klare Richtlinien für Ansiedlungsprojekte aufgestellt werden.