Mehrheit im Ortsverein ist für die Groko

Verena Pichler

Von Verena Pichler

Do, 01. März 2018

Grenzach-Wyhlen

Mitglieder diskutieren über das Votum und wie sich die SPD-Basis inhaltlich aufstellen will.

GRENZACH-WYHLEN. Am Freitag endet das Mitgliedervotum der SPD über die große Koalition. Wie überall im Land hat auch der Ortsverein Grenzach-Wyhlen die Grundsatzdiskussion geführt. "Fair und sachlich", wie Vorstandsmitglied Robert Blum auf BZ-Nachfrage erklärte.

In der Diskussion im Kickerstüble, rund 25 Mitglieder waren gekommen, habe man zwischen Inhalt des Koalitionsvertrags und dem Prozess bis zur Groko unterschieden. "Eines ist klar: Die Leute hier sind stinksauer, wie das alles abgelaufen ist", so Blum. Er machte eine "tiefe Verletzung" an der Basis aus, die von den abrupten Kurswechseln der SPD-Führung herrühre. Mit dem Koalitionspapier hätten sich viele sehr intensiv befasst. "Es hat mich gefreut und überrascht, dass doch einige Mitglieder das ganz Konvolut gelesen haben."

Laut Blum sind im Ortsverein etwa zwei Drittel für den Gang der SPD in eine Groko, ein Drittel dagegen. "Das Bild war mal genau umgekehrt", so Blum. Die Befürworter der Groko seien sich darüber im Klaren, dass dies der Partei nicht gut tue, sie erachteten es aber als notwendig für Deutschland. Die Gegner hingegen verwiesen darauf, dass die SPD in der Opposition gebraucht werde. "Sonst ist die AfD stärkste Oppositions-Partei und führt die Haushaltskommission", so Blum. Das müsse unbedingt verhindert werden.

Blum blickt zufrieden auf die Mitgliederdiskussion. "Der Ortsverein hat gezeigt, dass er streiten kann, aber trotzdem entspannt bleibt." Die Mitglieder seien mit einem guten Gefühl gegangen – auch die neuen. An die konnten auch die Parteibücher ausgehändigt werden, die Altersspanne reicht nun von 18 bis 84. "Unser ältestes Mitglied ist auch gekommen und hat lebhaft mitdiskutiert", so Blum. Mit viel Engagement habe man Themen besprochen, die für die Doppelgemeinde wichtig sind. "Zum Beispiel über die Finanzlage oder auch die ’Fake-Ganztagsbetreuung’ an der Lindenschule", so Blum. "Die Themen werden uns nicht ausgehen."