Nicht immer geht es fair zur Sache

Ralf Staub

Von Ralf Staub

Sa, 09. März 2013

Grenzach-Wyhlen

Polizei ermittelt.

GRENZACH-WYHLEN. Beleidigungen, Kinder von Betriebsräten, die in der Schule attackiert werden und Gemeinderäte, die lieber geheim abstimmen wollen – in den letzten Tagen vor der Abstimmung über die Haltung der Gemeinde zur Ansiedlung des Sondermüllentsorgers Zimmermann droht der Meinungsaustausch zu entarten.

Die Polizei ermittelt derzeit gegen einen unbekannten Verfasser eines Briefes, den eine Zimmermann-Befürworterin in ihrem Briefkasten fand, nachdem ein Leserbrief von ihr veröffentlicht worden war – "das ist bisher der einzige Fall, in dem die Polizei in diesem Zusammenhang aktiv ist", erklärte ein Polizeisprecher. Der Brief enthält keine Drohungen, aber übelste Beleidigungen.

Dafür kommt es wohl an Schulen zu unschönen Vorfällen: Nach BZ-Informationen werden Kinder von Betriebsräten, die der Zimmermann-Ansiedlung positiv gegenüber stehen, mit massiven Anfeindungen konfrontiert.

In der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses wurde nicht nur öffentlich, sondern zunächst auch hinter verschlossenen Türen das weitere Vorgehen in Sachen Zimmermann beraten. Dabei sind offenbar durchaus Stimmen laut geworden, die – um Anfeindungen zuvermeiden – für eine geheime Abstimmung plädiert haben – zwar öffentlich, aber mit Stimmzetteln. Ob es dazu kommt, ist allerdings noch offen. Bisher ist es wohl nicht zu anonymen Drohungen oder Beleidigungen von Gemeinderäten gekommen.