Roche-Kita ist komplett

Rolf Reißmann

Von Rolf Reißmann

Di, 17. Juli 2018

Grenzach-Wyhlen

Pharmakonzern investiert 3,3 Millionen Euro in Erweiterungsbau / 65 Betreuungsplätze vorhanden.

GRENZACH-WYHLEN. Nun ist er in Betrieb, der zweite Teil der Roche-Kindertagesstätte in der Basler Straße. In wenigen Tagen wird er voll belegt sein, dann finden hier insgesamt 65 Kinder Betreuung. 2013 war rste Teil der Tagesstätte eröffnet worden, die Hälfte des Geländes einnehmend. Eine Erweiterung wurde bereits damals ins Auge gefasst, dass sie aber so schnell notwendig wird, war nicht absehbar.

Das Konzept der Tagesstätte ist ganz und gar auf die Bedürfnisse des Pharma-Unternehmens abgestimmt. Flexible Öffnungszeiten sind von 7 bis 19 Uhr nutzbar, diese Tagesstätte hat im Vergleich zu andren deutlich weniger Schließtage, lediglich in den Weihnachtsferien und an zwei anderen Tagen im Jahr ist geschlossen. Dieses Konzept stieß natürlich auf sehr viel Zuspruch und der Bedarf unter den Roche-Beschäftigten war enorm. So wurde die Erweiterung, oder besser gesagt die Vollendung des Gesamtkonzeptes, eher als gedacht vollzogen.

Wiederum erhielt Architekt Detlef Würkert aus Lörrach den Zuschlag. In Vollendung seiner Idee gestaltete er nunmehr die Kita als architektonische und funktionale Einheit. Damit wurde der Garten vollständig eingeschlossen, ein außerordentlicher Vorzug für die Bewegungsfreiheit der Kinder. Erfreulicherweise konnten mehrere große Bäume erhalten werden, sie erweisen sich bereits in diesen Tagen als ideale Schattenspender. Erneut setzte Würkert sein Konzept der überwiegenden Holzbauweise um. Lediglich Fassaden und Decken sind aus Beton, alle Zwischeneinbauten aus Holz. Das ermöglichte eine flexiblere Gestaltung, könnte auch allfällige Umgestaltungen erleichtern, wenn sie denn eines Tages notwendig werden sollten. Die interessantesten Elemente sind wohl die langen Rampen. Zwar gibt es Treppen, um ins Obergeschoss zu gelangen, doch Würkert umschloss alle Gebäudeteile mit hölzernen Rampen, sechs Prozent geneigt. Das schafft nicht nur absolute Barrierefreiheit, inzwischen nutzen die Kinder diese schiefen Ebenen als Rennstrecken für ihre Bobbycars. Vorsorglich liegen an den jeweiligen Plattformen große Prallsäcke. Ausgelegt ist die Tagesstätte für Kinder von ein bis sechs Jahren. 18 gehören zu den unter Dreijährigen, 20 zu den Kindergartengruppen über drei Jahre, die übrigen zu den Übergangsgruppen. Dreißig Mitarbeiter betreuen die Kinder. Ein interessantes Detail – die Kinder werden zweisprachig betreut, einige Mitarbeiter sind englische Muttersprachler, so lernen die Kinder spielend die Verständigung in einer für sie zunächst noch fremden Sprache. Roche-Pharma ordnete diesen Neubau in sein derzeitiges Gesamtkonzept der Erweiterung des Standortes Grenzach ein. Vor wenigen Tagen wurde im Firmengelände ein neuer "Pavillon" bezogen, ein Modellbau, in dem modernste Arbeitsplätze getestet werden. Im September beginnt die Errichtung eines flexiblen Bürogebäudes.

Die barrierefreien Rampen werden zu Rennstrecken

für Bobbycars

"Zu dieser Stärkung des Standortes gehört auch die Vergrößerung der Kindereinrichtung," erläuterte Personalleiterin Carolina Martinez Echeverria. 3,3 Millionen Euro investierte Roche-Pharma in diesen Kindergartenneubau. "Uns gelingt es aber auch, die Kinder aus der Tagesstätte trotz der Entfernung einiger hundert Meter in unser Firmenleben einzubeziehen." So weilten sie beim Weihnachtsmarkt und auch zu einer Kunstaktion "drüben". Sie bedankte sich bei der Kaltenbach-Stiftung, die seit Eröffnung die Betriebsführung des Kindergartens übernommen hatte. Das bisherige Konzept, dass die Kinder ihren Alltag selbst gestalten und vieles eigenständig erledigen, werde weitergeführt, sagte Beatrice Kaltenbach-Holzmann, Vorstand der Kaltenbachstiftung. Die Kinder sollen sich hier frei entfalten können, gleichzeitig aber auch hohe Sozialkompetenz erwerben.

Bürgermeister Tobias Benz bedankte sich für diesen Neubau, dies komme auch der Gemeinde zugute. "Da wir ohnehin eine riesige Nachfrage in der Kinderbetreuung haben, nutzt uns auch diese betriebliche Tagesstätte, den örtlichen Bedarf zu verringern," sagte er. Gerade in der U 3-Gruppe sei dies von besonderem Wert. Beim Kindergartenbau sei die enge Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Unternehmen fortgesetzt worden.