Roche und BASF können sanieren

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 07. März 2013

Grenzach-Wyhlen

Altlastenkommission des Landes gibt grünes Licht für weitere vorbereitende Planungen / Arbeiten sollen im Sommer 2014 beginnen.

GRENZACH-WYHLEN (BZ/rs). Bei einem Treffen der Altlastenbewertungskommission des Landes im Landratsamt erörterten die Teilnehmer den aktuellen Sachstand der Kesslergrube. Die Bauarbeiten könnten im Sommer 2014 beginnen. Roche und BASF erhielten grünes Licht, mit ihren Vorbereitungen weiterzufahren.

Bereits im Sommer 2011 hatte die Kommission beschlossen, dass die Kesslergrube in Grenzach aufgrund nachgewiesener Grundwasserbelastungen saniert werden muss. Unmittelbar im Bereich der Grube wurden im Grundwasser erhöhte Konzentrationen von industrierelevanten Stoffen wie Chlorbenzole, aromatische Amine, Ammonium und andere, nur zum Teil identifizierbare Chemikalien in geringer Konzentration festgestellt. Da sich im Abstrom der Kesslergrube keine Trinkwassernutzung befindet, besteht jedoch nach Auffassung der Experten keine unmittelbare Gefährdung.

Roche und BASF hatten bereits signalisiert, die Sanierungskosten vollumfänglich zu tragen, Roche übernimmt dabei die Sanierung des westlichen Teils der Grube, die BASF den östlichen Teil. Die Kommission hat jetzt die Gutachten der von den Firmen beauftragten Ingenieurbüros geprüft, die mögliche Sanierungsvarianten ausgearbeitet und diese auf ihre Tauglichkeit hinsichtlich der Kriterien Eignung, Wirksamkeit, Effektivität und Umweltverträglichkeit eingeschätzt haben.

Roche will alles ausräumen

Roche hat entschieden, den westlichen Teil der Grube vollständig auszuheben und das Aushubmaterial extern zu entsorgen. Schätzungsweise 120 000 Kubikmeter belasteter Boden sollen dabei im Schutz einer Zelthalle ausgebaggert, bei Bedarf vorbehandelt, und in geschlossenen Spezialcontainern verpackt per Eisenbahn zu spezialisierten Entsorgungsanlagen transportiert werden. Die Grube soll anschließend mit sauberem Erdmaterial verfüllt und dabei der jetzige Geländeverlauf an das Landschaftsbild angepasst werden. Die Arbeiten werden auf vier Jahre veranschlagt. Nach Informationen der BZ wird sich der Roche-Anteil auf etwa 200 Millionen Euro belaufen.

Der östliche Teil ist zu etwa zwei Drittel durch Industriegebäude und die industrielle- und kommunale Kläranlage überbaut, zudem verlaufen Leitungen im Untergrund. Ein Aushub kommt nicht in Frage, da die Kläranlage ohne Einschränkungen in Betrieb bleiben müsse, heißt es in einer Erklärung.

Die BASF plant deshalb den östlichen Teil komplett durch eine 800 Meter lange, 20 bis 30 Meter tiefe und ein Meter dicke unterirdische Dichtwand sowie einer Oberflächenabdichtung einzukapseln. Damit wird sichergestellt, dass keine Schadstoffe ins umgebende Grundwasser gelangen können. Zusätzlich sollen in der Grube dauerhaft Pumpbrunnen installiert werden. Mit diesem Entwässerungssystem wird unter anderem sichergestellt, dass gegebenenfalls unterirdisch einströmendes Grundwasser abgepumpt und einer Reinigungsanlage zugeführt wird. Die Spundwand soll rund 50 Millionen Euro kosten, nach Fertigstellung der Sanierungsarbeiten, für die schätzungsweise ein bis zwei Jahre benötigt werden, ist ein dauerhaftes Überwachungsprogramm vorgesehen, um die Dichtheit ständig zu überprüfen und zu kontrollieren. Auch diese Kosten trägt BASF.

"Die Kommission ist sich einig: Sowohl der Aushub, als auch die Abdichtung sind geeignet, einen weiteren Schadstoffeintrag ins Grundwasser zu verhindern. Damit sind beide Sanierungsvarianten zielführend, rechtmäßig und genehmigungsfähig", so Georg Lutz, Fachbereichsleiter Umwelt des Landkreises und Kommissionsmitglied. In der Sitzung gaben die Kommissionsmitglieder beiden Firmen deshalb grünes Licht, mit den Arbeiten weiterzufahren. Die Firmen werden nun bis Ende dieses Jahres weitere Detailplanungen vorlegen. Die Bauarbeiten könnten dann im Sommer 2014 starten.

Nicht saniert wird der Bereich parallel zur Köchlinstraße, weil dort vorwiegend Erdaushub, Bauschutt und mineralisierter Hausmüll lagert und somit wohl kein Sanierungsbedarf besteht. Hier soll zukünftig die neue Bundesstraße B34 verlaufen. Die Verhältnisse werden derzeit durch ein Ingenieurbüro nochmals ausführlich überprüft, erst dann wird eine endgültige Beurteilung möglich sein, so die Pressemitteilung.