Sanierung fordert viele Planer

Peter Gerigk

Von Peter Gerigk

Do, 06. Februar 2014

Grenzach-Wyhlen

Für Roche ist 2014 das Jahr der Planung und Genehmigungsverfahren / Gute Zusammenarbeit mit Anliegern, Gemeinde und BASF.

GRENZACH-WYHLEN. Die Sanierung des Perimeters 1 der Kesslergrube stellt für Roche eine logistische Herausforderung dar. "Das ist keine gewöhnliche Baustelle", sagte der technische Projektleiter von Roche, Flavio Piussi, am Mittwoch und lobte die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und BASF. Der Gesamtprojektleiter Richard Hürzeler kündigte an, im Apri

l werde Roche den Sanierungsplan zur Genehmigung einreichen und gab sich überzeugt, mit allen betroffenen Anlegern, auch den Sportvereinen, eine Lösung zu finden, um aneinander vorbeizukommen.

Sicherheit und wenig Belastung
2014 ist für Roche das Jahr der Planung und Genehmigung, die Baustelle soll begonnen werden. Wann das genau sein wird, hängt vom Genehmigungsverfahren ab. Beim Ortstermin mit Medienvertretern betonte Piussi, dem Unternehmen seien bei der Sanierung zwei Gedanken besonders wichtig: "Die Geschäftsleitung legt ein hohes Augenmerk auf die Sicherheit und drückt die Standards auch bei den Ausschreibungen durch." Die Kesslergrube sei für Roche (und die noch zu beauftragenden Unternehmen) ein Aushängeschild, dem die Konzernleitung hohe Aufmerksamkeit schenke. Der zweite Leitgedanke sei, die Belastung durch die Sanierung für die Bevölkerung zu minimieren. Piussi: "Ich denke, wir werden einen Großteil der Bevölkerung zufrieden stellen, aber wohl nicht alle."

Ein Jahr Baustellensicherung
Allein die Sicherung der Baustelle dauert ein ganzes Jahr. Wenn die Genehmigung vorliegt, rechnet Roche mit fünf bis sieben Jahren, bis die Kesslergrube wieder mit sauberem Material aufgefüllt ist. Die geplante Schiffsanlegestelle, für die die Bodenbohrungen in einigen Wochen beginnen, wird wieder zurückgebaut. Dort entsteht ein naturnahes Gelände. Der Salzländeweg wird als Zufahrt während der Bauzeit nicht mehr frei sein, denn er wird für die Baustelle benötigt. Auf zwei bereits gerodeten Parzellen neben dem Weg, die der Gemeinde gehören, entsteht ein Containerdorf mit Büros, Umkleiden und einem Besucherzentrum. "Das ist ein absoluter Glücksfall für uns", freut sich Hürzeler darüber. Denn diese Container hätten sonst nur ein paar hundert Meter weiter auf dem BASF-Areal Platz gefunden. Nun bekommen sie eine eigene Zufahrt über die bereits in der Vorbereitung befindliche Alternativtrasse.

Die Firma Herzog wird durch diese Alternativtrasse, die von der Köchlinstraße aus am Wassersportclub (WSC) vorbei bis an den Rhein führt, erschlossen. Etwa 100 Meter rheinabwärts verlegt werden soll die Slip- und Bootsanlegestelle des WSC. Laut Hürzeler stehe eine Einigung über den neuen Standort kurz bevor. Roche zahlt den Bau der neuen Trasse und stellt danach den Salzländeweg wieder her, so dass auch die Firma Herzog ihren gewohnten Eingang zurückbekommen kann. Auch die Alternativtrasse wird zurückgebaut.

Der Perimeter 1 bekommt eine Einhausung aus festem Trapezblech, die 90x160 Meter groß wird und sich über das ganze Gelände erstreckt. Wahrscheinlich drei Baufelder unterteilen das Areal. Mit ungefähr 300 000 Tonnen zu bewegendem Material rechnet Projektleiter Thomas Osberghaus vom Generalplaner HPC.

Zufahrt über BASF-Areal
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Ohne die aktive Unterstützung der BASF", sagt Hürzeler, "könnten wir das so nicht machen." Die Köchlinstraße wird nur für die Zufahrt zum Containerdorf benötigt. Der Baustellenverkehr mit den Lastwagen für die Abfuhr des Aushubmaterials führt ebenfalls über eine von der BASF gemietete Trasse durch deren Gelände an die Hauptpforte bis zur Bahnstation. "So wird der Baustellenverkehr und der öffentliche Verkehr getrennt", sagte Osberghaus. Das Füllmaterial wird über die etwa 130 Meter lange Schiffsanlegestelle angeliefert, an der eine Wasseraufbereitungsanlage erstellt wird.

Gewerbliche Nutzung
Roche wird den Perimeter 1 wahrscheinlich einmal selbst gewerblich nutzen. In Betracht gezogen werden dafür laut Piussi Büro- und Laborgebäude. Mit dem künftigen B-34-Anschluss, dem Rhein und der Nähe zu Basel sei das Areal sehr attraktiv: "Momentan ist nicht an einen Verkauf gedacht." Deshalb sei auch die Sanierung mit einem Komplettaushub des Materials sinnvoll, erklärte Hürzeler.