Schienen queren die Umgehung

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Sa, 29. Oktober 2011

Grenzach-Wyhlen

Mit der möglichen Ansiedlung der Entsorgungsfirma Zimmermann taucht ein bisher nicht beachtetes Problem auf.

GRENZACH-WYHLEN. Die geplante Ortsumfahrung und damit verbundene Umlegung der B34 sorgt wieder für Aufregung. Dieses Mal verbunden mit einem zweiten interessanten Fall: Der Ansiedelung der Firma Zimmermann im BASF-Areal. Der Chemie-Recycler möchte die Bahn nutzen, um Chemieabfälle auf das Areal transportieren zu lassen – die Industriegleise queren aber die neue B34. Wo zum einen Autos und Lkw mit 70 Stundenkilometern über die Bundesstraße fahren sollen, könnten Züge, eventuell mit Gefahrstoffen rollen. Und das ganze ohne Bahnschranke.

Laut Bauamtsleiterin Monika Neuhöfer-Avdic soll das Ausschreibungsverfahren für die "B34 neu" wohl noch in diesem Jahr starten. Als möglichen Baubeginn nennt sie "spätestens 2013", die Tieferlegung des Bahnübergangs Hörnle sollte eigentlich noch 2012 starten. "Bei der Querung der Industriegleise beim BASF-Areal ist man bei der Planfeststellung 1994 davon ausgegangen, dass der Bahnverkehr rückläufig sein wird. In dieser Planfeststellung blieb die Industriebahnlinie zwar erhalten, wurde aber, wie bisher auch, ohne Schranke geplant. Ein Andreaskreuz mit aufleuchtendem roten Licht ist an dieser Stelle eingeplant, wo ansonsten eine 70-Stundenkilometer-Zone für den Straßenverkehr sein wird. Neuhöfer-Avdic nennt dies "brisant". Zudem habe es Auswirkungen auf die derzeit in Arbeit befindlichen stadtplanerischen Konzepte bezüglich der Zukunft des BASF-Areals. Würden das Gelände nämlich zum Industriepark, wo vielleicht noch weitere Unternehmen regelmäßig die Bahnanbindung nutzen, könnte dies zu einer Belastung des freien Straßenverkehrs auf der B34 werden. Alleine durch die Firma Zimmermann würden wohl nur recht wenige Züge rollen.

Dass die Bahngleise Bestandteil der planfestgestellten Leistung sind, bestätigt auch Baudirektor Bernd Murgul vom Regierungspräsidium Freiburg mit Dienstsitz in Bad Säckingen. Der Übergang sei nicht beschrankt vorgesehen, aber mit dem Andreaskreuz mit Rotlicht versehen. Zwischen Murg und Laufenburg gebe es bei Rhina eine ähnliche Industriekreuzung. Der Betreiber der Bahngleise habe die Auflage, mit Sicherheitspersonal und im Schritttempo die Bundesstraße zu kreuzen. Mit Sicherheitspersonal heißt, dass ein Posten an der Straße stehen müsste. So könnte auch eine Querung in Grenzach funktionieren. Vielleicht müsse die Gemeinde auch noch einmal auf die Planungsabteilung zukommen.

Monika Neuhöfer-Avdic meinte, es solle in Kürze noch Gespräche zu dem Thema geben. Die Bauamtsleiterin ist ansonsten damit beschäftigt, verschiedene stadtplanerische Varianten durchzuarbeiten, die in Form eines Grobkonzepts bei der Bürgerversammlung am 9. November präsentiert werden. Dazu eingeladen werden neben den Bürgern alle beteiligten Parteien, also auch die BASF und die Firma Zimmermann, die auch das Thema Anlieferung darstellen will. Nach kurzen Referaten sollen Bürger die Möglichkeit für Fragen und Diskussion bekommen.