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21. Mai 2010
Schrottplatz bringt Frust
150 000 Tonnen Schrott sollen jährlich im Hafen Birsfelden von Ultra-Brag umgeschlagen werden.
GRENZACH-WYHLEN. Nachdem der Bauantrag für die umstrittene Schrottverarbeitung auf dem Gelände der Firma Ultra-Brag im Hafen Birsfelden Ende vergangenen Jahren zurückgezogen wurde, hat das Unternehmen dort einen Schrottumschlag installiert. Die Beschwerden wegen des Lärms halten auf deutscher Seite an. Das Gesamtprojekt Schrottplatz, gegen das man sich gewehrt hatte, ist nun also trotzdem da. Bis auf die Schrottschere, wie Ordnungsamtsleiter Jürgen Käuflin sagt, allerdings auch ohne eine zu diesem Bauantrag gehörende Lärmschutzwand.
Auch Bürgermeister Jörg Lutz drückt "etwas Ernüchterung und Frustration" über den Zustand aus. Zumal da noch mehr Schrott folgen soll. "Aus dem Etappensieg ist ein Pyrrhussieg geworden", meinte er.In Birsfelden wird der Schrott mit LKW angeliefert und auf Güterzüge umgeladen, um ins Stahlwerk Gerlafingen gebracht zu werden. Dabei entsteht nicht nur Lärm, sondern es ziehen auch bei entsprechender Windrichtung feine Rostpartikel bis auf die deutsche Seite. Bei einem gestrigen Gespräch mit der Hafenverwaltung wurde auch davon gesprochen, dass in Zukunft zusätzliche Schrottlieferungen über Schiffe stattfinden sollen. Dabei wurden auch konkrete Mengenangaben gemacht: Insgesamt sollen auf dem Umschlagplatz 150 000 Tonnen Schrott pro Jahr umgeschlagen werden, was laut Lutz in etwa dem ursprünglich geplanten Projekt entspreche. Bis eben auf die Schrottschere.
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"Allerdings spricht nun niemand mehr von einem Umweltverträglichkeitsgutachten", kritisiert Lutz. Es sei eine "erstaunliche Entwicklung der Dinge", dass die Baurekurskommission auf Schweizer Seite zwar starke Bedenken bezüglich des Schrottplatzes und des entstehenden Lärms gehabt habe, nun aber das fast gleiche Gesamtprojekt bereits existieren würde. Man werde rechtlich prüfen, ob der Schrottumschlag in dieser Größenordnung möglich sei.
Vor allem aber soll das Thema zunächst am 14. Juni beim Runden Tisch Hafenlärm angesprochen werden, bei dem auch Landrat Walter Schneider, Vertreter des Regierungspräsidiums, die Hafenverwaltung und Regierungsrat Jörg Krähenbühl vom Baudepartement Basel-Land dabei sein werden. Sein Ziel sei, so Lutz, dass bei der Bewertung des Lärms die deutschen Lärmrichtlinien Anwendung finden müssten. Dabei appellierte Lutz auch an das Verantwortungsgefühl der den Schrottplatz betreibenden Firma Ultra-Brag, für weiteren Lärmschutz zu sorgen. Wie bei dem gestrigen Gespräch mit der Hafenverwaltung klar wurde, ist das Unternehmen bereit, ihrer Verantwortung im Fall der Rostbelästigungen nachzukommen. Es soll eine Berieselungsanlage installiert werden. "Wir wissen aber noch nicht, bis wann", sagte Lutz.
Auch im Bereich der Lärmmessungen liegen der Gemeinde noch keinerlei Werte vor. "Wir wissen, dass aufgezeichnet wird und warten auf die angekündigte Beteiligung Grenzach-Wyhlens an den Zahlen", sagte Lutz.
An Pfingsten könnte es übrigens etwas lauter werden, teilt der Hafen mit. Es werden Gleisarbeiten vorgenommen, die je nach Fortschritt der Arbeiten auch am Pfingstsonntag weitergehen können. "Wir haben der Hafenverwaltung gesagt, dass sie lieber am Samstag länger arbeiten sollen, bevor auch noch am Sonntag Lärm herrscht", meinte Käuflin.
Autor: Ralf H. Dorweiler


