Schweizer sehen Recycler kritisch

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Di, 27. November 2012

Grenzach-Wyhlen

Das Interesse von Bürgern am Offenlegungsprozess der Bauanträge der Zimmermann-Gruppe ist bislang gering.

GRENZACH-WYHLEN. Seit Freitag, 23. November, liegen im Rathaus in Wyhlen und im Regierungspräsidium in Freiburg die Antragsunterlagen der Firma Zimmermann für den Bau und Betrieb einer Chemierecyclinganlage auf dem BASF-Areal aus. Bislang ist das Interesse der Bürger an den Dokumenten relativ gering, die im Rahmen der Offenlage bis zum 4. Januar eingesehen werden können. Derweil kommt Kritik an der Ansiedlung aus der Schweiz. Das Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt (AUE) sagt in der Basler Zeitung gar, dass eine Sondermüllanlage Auswirkungen auf Basel-Stadt haben könnte, "im Normalbetrieb wie im Störfall."

Das Amt für Umwelt und Energie des Kantons Basel-Stadt hat aufgrund einer Vereinbarung zum grenzüberschreitenden Informationsaustausch die Unterlagen erhalten. Darin geht es um die Ansiedlung des Chemierecyclers Zimmermann Group in Grenzach auf dem BASF-Areal. 35 000 bis 40 000 Tonnen Flüssigabfall, also Abwässer und bis zu 80 000 Tonnen fester Abfall soll dort jährlich recycelt und entsorgt werden. Fachleute im Basler Amt für Umwelt und Energie sind gerade dabei, sich intensiver mit den Unterlagen auseinanderzusetzen.

Laut Basler Zeitung gibt es eine skeptische Stimmungslage bei Jost Müller, dem Geschäftsführer des WWF Basel-Stadt, der nicht möchte, dass Basel zu einer Hochburg für Sondermüllabfall werde. Da es in Basel bereits eine Sondermüllverbrennungsanlage gebe, solle man vor dem Bau einer neuen Anlage prüfen, ob nicht die Kapazitäten der bestehenden Verbrennung erhöht werden könnten.

"Es scheint noch viel Unkenntnis zu geben darüber, was die Firma Zimmermann macht", sagte Bürgermeister Jörg Lutz auf Anfrage der Badischen Zeitung. Er betonte, dass es sich nicht um eine Sondermüllverbrennungsanlage handele. Jetzt müssten die Unterlagen in der Schweiz zuerst einmal von Fachleuten betrachtet werden. Er erwartet, dass es im Anschluss eine Stellungnahme der Schweizer Seite geben wird, die wie er sagte, von fachlicher Kompetenz getragen sein werde. Wenn etwa im Hafen Birsfelden etwas Neues aufgestellt würde, schaue man von deutscher Seite auch erst einmal darauf. Demnach habe er Verständnis für die ersten Reaktionen aus der Schweiz. Bei Zimmermann handele es sich nur um einen kleinen Störfallbetrieb mit einem Achtungsabstand von nur 200 Metern.

Bislang wurde in die im Bauamt ausliegenden Planungen nur recht wenig Einsicht genommen. Lutz geht allerdings davon aus, dass es bis zur Einspruchsfrist sicherlich Stellungnahmen geben wird. Er berichtete, dass er bereits zwei Briefe von älteren Bürgern bekommen habe, die ihre Sorge zum Ausdruck brachten.

Die Unterlagen können noch bis zum 4. Januar im Rathaus Wyhlen eingesehen werden. Die Einspruchsfrist endet am 21. Januar.