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21. August 2010
Sorge vor Brand auf dem Schrottplatz wächst
Nach einem Großfeuer in Lübeck warnt die IG Hafenlärm erneut vor möglichen Gefahren / Brandschutzexperte kommt vor Ort.
GRENZACH-WYHLEN. Ob der Schrottplatz im Hafen Birsfelden nun brennbar ist oder nicht, ist das eine Thema. Dr. Frank Stolt, der Experte, der auch für die IG Hafenlärm die Brandgefährlichkeit des Schrotts ermittelt hat, geht bei Schrottplätzen davon aus, dass diese sich grundsätzlich von alleine entzünden können. Als Beispiel bringt er den Großbrand eines Schrottplatzes in Lübeck vom Mittwoch an. Er sieht bei Lübeck und Birsfelden Parallelen.
Mittwochnacht um 3.45 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem zehn Meter hohen Schrottplatz gerufen, der bereits vollständig in Flammen stand. Mehr als 100 Feuerwehrleute kämpften bis zum Abend, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen und eine in der Nähe gelegene Tankstelle vor den Flammen zu retten. Die Arbeiten waren deshalb so schwer, wie die Feuerwehr Lübeck berichtete, weil der Schrotthaufen zu heiß geworden war, um ihn in einem Stück zu löschen. Ein Bagger musste immer wieder Teile des brennenden Schrotts aus dem Flammenmeer holen und auf dem freien Gelände ausbreiten, wo es dann portionsweise gelöscht werden konnte.
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Matthias Strittmatter von der IG Hafenlärm Grenzach-Wyhlen bezweifelt, dass man im Fall eines Brandes auf dem Schrottumschlageplatz im Hafen Birsfelden so vorgehen könnte. "Nur sieben Meter neben dem Schrottplatz lagert die Kohle", sagt er. Darum herum sind insgesamt 65 Tanklager. Auch eine Tankstelle ist in der Nähe. Am Hafen wird viel Brennbares Material umgeladen. Oft legen Tankschiffe an, die voller Treibstoffe sind.
Strittmatter möchte nicht bezweifeln, dass Schrottplätze für die Wirtschaft wichtig sind, allerdings, so fordert er, dürften diese nur an Stellen untergebracht sein, wo eine geringere Gefährdung besteht. Bei einem Vor-Ort-Termin zusammen mit dem Schweizer Sicherheitsinspektor Rolf Klaus, hatte die IG Hafenlärm entgegen den Aussagen, im Schrotthaufen gebe es kein brennbaren Material sofort etwa eine Gummimanschette gefunden, die mit Ölen stark verschmutzt war. Klaus hatte daraufhin seine Einschätzung korrigiert. In der Basler Zeitung war er zitiert worden, ein Brand sei möglich, allerdings würde er auf das Areal beschränkt bleiben. "Jeder Großbrand fängt mit einem kleinen Feuer an", sagt Strittmatter. Um die Gefahr en für Mensch und Umwelt genauer erfassen zu können, plant die IG Hafenlärm, dass ihr Brandschutzexperte, Frank Stolt, im Oktober oder November zu einem Vor-Ort-Termin kommt. Seine Bereitschaft habe Stolt bereits erklärt, wie Georg Bongartz von der IG Hafenlärm auf Anfrage der Badischen Zeitung bestätigte. Sollte eine Gefahr nicht ausgeschlossen werden können, so Strittmatter, werde die IG Hafenlärm fordern, die Arbeiten sofort einzustellen und den Schrottplatz aus dem Hafen zu entfernen. Dies solle über eine "politische Schiene" geschehen. Und Strittmatter warnt weiter: "Sollte nur die geringste Flamme sichtbar werden, werde ich jeden einzelnen verklagen, der dafür mitverantwortlich ist."
Autor: Ralf H. Dorweiler
