Trinkwassergeschichte bewegt weiter

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Di, 17. September 2013

Grenzach-Wyhlen

Günter Tritschler widerspricht, dass das Wasserproblem von 1966 hausgemacht gewesen sei.

GRENZACH-WYHLEN (dor). Es ist eine Geschichte, die viele alte Geschichten aufwirbelt. Nachdem nach Veröffentlichung des Bildes von der Trinkwasserausgabe in Grenzach aus dem Jahr 1966 das Landratsamt Lörrach in alten Akten gewühlt hat und die Trinkwasserproblematik in Grenzach als hausgemacht bezeichnet hatte, meldete sich nun Günter Tritschler bei der Redaktion der BZ, der als früherer Bauamtsmitarbeiter ganz andere Erinnerungen an damals hat, als sie beim Landratsamt in den Akten stehen.

Sowohl Phenol als auch Coli-Bakterien waren im Grenzacher Trinkwasser ausgemacht worden. Für mehrere Wochen mussten die Grenzacher von außerhalb mit Wasser versorgt werden. Das Phenol stamme von der Aufbringung von Pflanzenschutzmitteln auf einen Sportplatz durch die Gemeinde, die Coli-Bakterien daher, dass ein Großgärtner seine Felder mit Klärschlamm düngte, den die Gemeinde geliefert habe.

Tritschler wehrt sich gegen diese Aussagen. Er bringt die Phenolbelastung eher mit Probebohrungen eines Unternehmens in Zusammenhang. Kaum hätten die Proben begonnen, habe man dort stinkendes Wasser gehabt. Die Behörden hätten allerdings schnell einen damaligen Grenzacher Stadtgärtner als Verantwortlichen ausgemacht. "Dabei konnte der nachweisen, wo er wann und wie viel und in welcher Verdünnung aufgebracht hat", erklärt Tritschler. Nachdem sich der Gärtner mitsamt den Belegen beim Landratsamt beschwert habe, sei von dieser Seite nie wieder behauptet worden, er habe das Phenol im Trinkwasser verursacht.

Im Fall der Coli-Bakterien sieht Tritschler auch eine Mitschuld beim Landratsamt. Damals habe nicht jeder gewusst, dass Klärschlamm schädlich sein könne. Falls dies dem Gemüsebauer bewusst gewesen wäre, hätte er den Klärschlamm sicher nicht als Dünger verwendet. Man hätte ihn warnen müssen.