Viel Raum für Fragen der Bürger

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Do, 10. Oktober 2013

Grenzach-Wyhlen

Ein Bürgerinformationsabend zur Sanierung der Kesslergrube findet am Donnerstag, 17. Oktober, statt.

GRENZACH-WYHLEN. Am Donnerstag, 17. Oktober, findet im Haus der Begegnung eine Bürgerversammlung zur Sanierung der Kesslergrube statt, die aktuell viele Gemüter in der Gemeinde erhitzt. Die Vorarbeiten der Roche für den Totalaushub des in ihrer Verantwortung liegenden westlichen Bereichs haben bereits begonnen. Die BASF hat der Roche Teile ihres Geländes zur Verfügung gestellt, auf denen die Baustelleneinrichtung vorgenommen wird. Gleichzeitig hält die BASF an einer Umspundung des östlichen, deutlich größeren Grubenbereichs fest.

ABLAUF DES ABENDS
Um 19.30 Uhr wird es im Festsaal im Haus der Begegnung losgehen. Als erstes kommen Vertreter von Roche und BASF und deren Sanierungsbüros zu Wort, die die jeweiligen Konzepte vorstellen und erläutern. Es folgen Stellungnahmen von Kritikern der Umspundung: Zum einen spricht Professor Walter Wildi von der Uni Genf, der ehemalige Präsident der Schweizer Kommission für die Sicherheit von Kernanlagen. Ein zweiter Sprecher wird von der Bürgerinitiative Zukunftsforum gestellt, wie Manfred Mutter von der BI informiert. Als Genehmigungsbehörde wird auch das Landratsamt seine Sicht der Dinge präsentieren und schließlich die Gemeindeverwaltung kurz die Ergebnisse der Analysenbetrachtung für eine Kläranlagenverlagerung bekannt geben. "Diese Grundlage wird einen breiten Rahmen geben, der sicherlich viel Anlass für Fragen aufwirft", meint Bürgermeister Lutz. Er geht davon aus, dass die auf zwei Stunden angesetzte Veranstaltung sicher etwas überzogen werden wird.

"Wenn man nicht nur aus dem Bauch heraus diskutieren möchte, bleibt es einem nicht erspart, vorher etwas genauer hinzuschauen", sagt Lutz. Ansonsten könne man sich am Stammtisch treffen, seine Meinung sagen und wieder auseinandergehen. Ihm ist es vielmehr wichtig, das sachlich und fachlich informiert wird und anschließend kriterienorientiert diskutiert werden könne. Da in Sitzungen des Gemeinderats die Fragezeit der Bürger auf den Beginn der Sitzung begrenzt ist, findet er es wichtig, dass in einer Bürgerversammlung genug Raum für die Fragen und Bemerkungen der Bürger eingeräumt ist.

ERWARTUNGEN
Bürgermeister Lutz geht nicht davon aus, dass es an diesem Abend eine Lösung der Problematik geben wird. Viel eher geht er davon aus, dass man nach der Versammlung "wohl zu dem Schluss kommen wird", dass ein Nachhaltigkeitsgutachten beauftragt werden könne, bei dem alle beteiligten Seiten an den Kriterien mitarbeiten sollen.

Manfred Mutter von der Bürgerinitiative Zukunftsforum Grenzach-Wyhlen erwartet einen "vor allem ergebnisoffenen Austausch von Argumenten". Die BI wolle ihren Standpunkt darlegen und erreichen, dass auch zukünftige Entwicklungen des Standorts berücksichtigt werden bei der Diskussion um die Art der Sanierung. "Das werden wir mit guten Argumenten untermauern", sagt er und betont, das Ziel sei weiterhin eine Totalsanierung auch des BASF-Teils der Kesslergrube, weil nur diese Form der Sanierung wirklich nachhaltig sei. Des weiteren erwarten Mutter und die anderen Mitglieder des Zukunftsforums, dass die Diskussion einen breiten, zentralen Raum des Abends einnimmt. Referate sollten zeitlich begrenzt sein, da es für interessierte Bürger nicht nötig sei, die immer gleichen Informationen noch einmal allzu breit vorgestellt zu bekommen.