Weltmusik zu Gast in der Römervilla

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Di, 11. September 2018

Grenzach-Wyhlen

Gruppe "JMO" spielt vor begeistertem Publikum Stücke mit jazzigen, orientalischen und afrikanischen Elementen.

GRENZACH-WYHLEN. Faszinierende Weltmusik der Gruppe "JMO" zog am Sonntagabend im Grenzacher Regionalmuseum Römervilla ein zahlreiches Publikum in Bann. Inmitten der antiken Mauern spielten die drei Musiker aus drei Ländern, die in ihren Stücken jazzige, orientalische und afrikanische Elemente zu einer ganz eigenen Klangsprache verschmelzen.

Helmut Bauckner vom Verein für Heimatgeschichte griff das Motto "Entdecken, was uns verbindet" an diesem Tags des offenen Denkmals auf, um gedanklich einen Brückenschlag ins Politische, Geschichtliche und zur Musik dieses Trios zu machen, das auf wunderbare und mitreißende Art die Musik aus verschiedenen Kulturen zusammenbringt.

Als Griot singt Cissokho seine Geschichten

Der in Kamerun geborene Schweizer Klarinettist und Saxophonist Jan Galega Brönnimann kommt vom Jazz her und ist ein musikalischer Grenzgänger im besten Sinne, der Perkussionist Omri Hason aus Israel bringt orientalische Instrumente und Klänge ein. Und der aus dem Senegal stammende Sänger und Koraspieler Moussa Cissokho, dessen Familie seit Generationen Musik macht, lässt traditionelle Musik seiner Heimat einfließen und singt in der Sprache des Landes und in der Sprache der Hauptstadt Dakar.

Cissokho ist ein typischer Griot, ein afrikanischer Geschichtenerzähler, der mit seinem eindringlichen Gesang, seiner durchdringenden, markanten Stimme, seinem meisterlichen Spiel auf der Kora, der afrikanischen Stegharfe, eine suggestive Ausstrahlungskraft auf die Zuhörer hat. Auch von instrumentaler Seite hatten die Stücke eine besondere Magie im Zusammenklang. Geschmeidig, weich und in tiefdunklen Farben spielte Brönnimann abwechselnd auf der Bassklarinette oder der Contraalt-Klarinette, wechselte auch mal zum Sopransaxophon. Omri Hason erwies sich als versierter Perkussionist mit feinstem Rhythmusgefühl auf verschiedenartigen Instrumenten wie dem Hang, der arabischen Bechertrommel Darbuka, kleinen Handtrommeln und diversen anderen Klangwerkzeugen, mit denen er effektvolle Geräusche erzeugen konnte. Welche Sogkraft diese Kombination von beredter Klarinettenstimme, farbiger Perkussion, afrikanischer Kalebassenharfe und dem eindrücklichen Gesang entwickeln kann, führten die Musiker in Eigenkompositionen vor, die teils auf der neuen CD "Al Nge Taa" eingespielt wurden. Stimmungsvoll klang das eher ruhige Stück "Kenea". Vom Perkussionisten stammt die Komposition "Hangama", in dem er das Instrument Hang so richtig facettenreich zur Geltung bringt. In einem anderen Stück machten die Musiker deutlich, dass der Blues eigentlich seine Wurzeln in Afrika hat, und spürten diesen Ursprüngen nach.

Im Titelstück der CD "Al Nge Taa" war fesselnd zu hören, wie sich die verschiedenen Kulturen, Klangfarben und Rhythmen harmonisch zu einer Weltmusik verknüpfen lassen. Fast schon meditativ wurde es, als das Licht abgedunkelt wurde in Brönnimanns gefühlvoller, bewegender Ballade "Mama Bamako", einem rein instrumentalen Stück. Sehr fröhlich in der vitalen, geradezu entfesselten Spielfreude klang das Lied "Baba Bamako", bei dem die Musiker die begeistert mitgehenden Zuhörer zum Mitsingen animierten. Ein fantastisches Konzert. Über die Ausstellung, die an diesem Abend eröffnet wurde, werden wir noch berichten.