"Wie die Arbeit läuft, hat sich bewährt"

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Sa, 31. Oktober 2015

Grenzach-Wyhlen

BZ-INTERVIEW mit Manfred Grether, dem Vorsitzenden der Freunde des Lise-Meitner-Gymnasiums, die es seit 25 Jahren gibt.

GRENZACH-WYHLEN. Seit 25 Jahren gibt es die Freunde des Lise-Meitner-Gymnasiums. Am Donnerstag fand zum vierten Mal ein Hochschulinformationsabend statt, bei dem sich Schüler bei Vertretern von Unis und Fachhochschulen über Studiengänge informieren konnten. Ralf H. Dorweiler sprach mit Manfred Grether, dem Vorsitzenden des Fördervereins, über das Jubiläum.

BZ: Herr Grether, es gibt den Verein seit 25 Jahren. Da dürften eine ganze Menge Freunde des LMG zusammengekommen sei. Wie viele Mitglieder haben Sie?

Grether: Wir sind stolz, mehr als 300 Mitglieder zu haben. Ich mache jedes Jahr bei den Eltern der neuen Fünftklässler Werbung für uns. Dieses Jahr kamen gleich 27 neue Mitglieder dazu. Natürlich verlassen Eltern den Verein auch wieder, wenn ihre Kinder das Abi haben, aber viele bleiben auch dabei. Es sind ja nur zehn Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr. Wir haben gesagt, lieber ein kleiner Beitrag, dafür aber viele Mitglieder.

BZ: Und wie gestaltet sich der enge Kern?

Grether: Der Vorstand besteht aus acht Leuten. Das ist der Kreis, der aktiv tätig ist. Eine Veranstaltung zu organisieren, kostet viel Zeit und Arbeit. Beim Hochschulinfoabend haben wir schon im Frühjahr mit der Planung begonnen. Die Vertreter der Hochschulen an einem Termin zusammenzubekommen, ist sehr aufwändig. Das Problem im Vorstand ist, dass viele von uns schon etwas älter sind. Nachfolgende Leute zu finden, gestaltet sich als schwierig, das funktioniert nur durch direkte Ansprache.

BZ: Haben Sie einen Überblick, wie viele Mittel in den 25 Jahren durch ihre Hände zum Wohl der Schule und Schüler gelaufen sind?

Grether: Das kann ich ad hoc so nicht sagen. Das müsste die Kasse durchrechnen. Aber es dürfte sich schon um ein kleines Vermögen handeln. Wir bekommen immer wieder Spenden. Nach einem Berufsinformationsabend kam ein Vater auf mich zu, der bei der Roche in Basel arbeitet und gesagt hat, dass er den Freundeskreis für eine Spende vorschlägt. Ich habe gedacht, da kommen 100 Franken, aber es kam eine Überweisung von 10 000 Franken. Zu der Zeit waren das 8300 Euro. Nur ein paar Tage später wären es wegen des Wechselkurses 10 000 Euro gewesen. Wir haben acht Dokumentenkameras gekauft dafür, die die Schule sich sonst nicht hätte leisten können. Es sind insgesamt schon enorme Summen. Wir sind ein gemeinnütziger Verein und müssen das Geld, das reinkommt, auch wieder ausgeben. Damit haben wir keine Schwierigkeiten (lacht).

BZ: Warum sind Ihre Infoabende immer so gut besucht und bei Schülern beliebt?

Grether: Den Hochschulinfoabend und den Berufsinfoabend machen wir im Wechsel. Dazu laden wir auch immer die Realschüler ein. Im Austausch beteiligen wir uns uns auch an der Ausbildungsbörse an der Realschule. Ich mache die Erfahrung, dass viele Schüler noch nicht wissen, was sie einmal machen wollen. Gerade im Bereich Studium. Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten. In den Universitäten kann man mehr als 150 Fächer studieren. Wir bieten durch die Studienberater Kontakte und eine Orientierung. Am Donnerstag waren Vertreter der Unis in Basel und Freiburg und der Fachhochschule Nordwestschweiz und der Dualen Hochschule da. Damit ist einiges abgedeckt.

BZ: Werden die Freunde des Lise-Meitner-Gymnasiums auch die nächsten 25 Jahre noch dem Gymnasium und Schülern helfen?

Grether: Ich hoffe schon. So, wie die Arbeit jetzt läuft, hat es sich bewährt. Aber wir sind immer auf der Suche nach neuen Ideen. Das einzige, was uns Sorge bereitet, ist Leute zu finden, die mitarbeiten.

Zur Person: Manfred Grether ist 78 Jahre alt. Seine Tochter besucht die 12. Klasse des Lise-Meitner-Gymnasiums. Der frühere Lehrer ist seit sieben Jahren Mitglied im Vorstand des Vereins. Heute ist er pensioniert und besucht als Hörer Seminare und Vorlesungen an der Uni Basel.