"Wir werden am Standort festhalten"

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Do, 21. März 2013

Grenzach-Wyhlen

Zimmermann-Gruppe hat bereits eine Million Euro in die Ansiedlung investiert.

GRENZACH-WYHLEN/GÜTERSLOH (dor). In einer ersten Reaktion am Mittwochvormittag sagte Gerhard Zimmermann, Geschäftsführer des Gütersloher Entsorgungsunternehmens Zimmermann Gruppe, dass er trotz der am Dienstagabend gefällten Entscheidungen am Standort festhalten werde.

Mit Planungen und Anträgen habe das Unternehmen bereits eine Million Euro investiert, was allerdings nicht der Hauptgrund seiner Entscheidung sei. Die in Grenzach-Wyhlen in Gründung befindliche Niederlassung des Unternehmens arbeite bereits seit einem Jahr. Mitarbeiter hätten ihren Lebensmittelpunkt in die Doppelgemeinde verlegt und man habe zahlreiche Kunden im Süden, die man weiterhin bedienen wolle. Bislang müsse man die zu recycelnden Stoffe noch weit transportieren, er hoffe allerdings, dass die Anlage zur Behandlung von Sonderabfällen trotz der Entscheidung des Gemeinderats noch gebaut werden kann. Auf jeden Fall aber werde man am Standort Grenzach-Wyhlen festhalten, "und wenn wir hinterher dort nur die Logistik haben".

Am gestrigen Nachmittag kam es zu Gesprächen "mit anderen von der Entscheidung betroffenen Unternehmen", um zu prüfen, wie man weiter vorgehen werde. Sicher sei, dass Zimmermann gegen die Veränderungssperre rechtlich vorgehen will, nun müsse man zunächst in einer Prüfungsphase das genaue Vorgehen ausarbeiten und schauen, ob es vielleicht zu einem gemeinsamen Vorgehen mit der BASF kommen werde. Zunächst möchten beide Firmen die Aktenlage sichten und sich nach Ostern zusammensetzen, um konkrete Schritte zu planen. Zimmermann sagte aber klar, dass ein "Plan B" von seiner Seite her nicht vorgesehen sei.

Eine ähnliche Situation habe das Unternehmen an einem anderen Standort auch schon einmal gehabt. Im Anschluss an das rechtliche Verfahren habe Zimmermann seine Anlage doch bauen können. Es habe auch bereits Schadenersatzforderungen gegen eine Gemeinde gegeben.

Zimmermann betonte in dem sehr offenen Gespräch mit der Badischen Zeitung, persönlich etwas enttäuscht gewesen zu sein, dass das Ergebnis nicht knapper ausgefallen sei. Sehr betroffen mache ihn, dass es im Rahmen der Diskussion gegen Befürworter seines Unternehmens zu Beleidigungen, Bedrohungen und Sachbeschädigungen gekommen sei. "Gerade hier in Deutschland sollten wir doch Meinungen anderer tolerieren", sagte er. Mitarbeiter hätten teilweise Sorge gehabt, mit ihren Autos mit Gütersloher Kennzeichen in Grenzach-Wyhlen unterwegs zu sein. Sie seien öfter angesprochen worden, nachdem ihre Autos identifiziert waren.

Von Seiten seiner Kunden habe er bereits zahlreiche "entsetzte" Reaktionen erhalten. Diese müssten jetzt länger weitere Transportwege in Kauf nehmen.