Zaun am Kapellenbach sorgt für Diskussionen

Heinz Vollmar

Von Heinz Vollmar

Mi, 04. April 2012

Grenzach-Wyhlen

Im Baugebiet "Am Kapellenbach" musste ein Zaun zum Schutz vor Ertrinken gebaut werden.

GRENZACH-WYHLEN. Im Neubaugebiet "Am Kapellenbach" sorgt ein vor kurzem fertiggestellter, rund 80 Meter langer Maschendrahtzaun für Diskussionsstoff unter Anwohnern und Bürgern. Der Zaun, der eine Höhe von 1,80 Metern aufweist, schützt den Bereich des Sickerbereiches des Kapellenbaches und einen Teil des Bachlaufs, um vor allem Kinder vor dem Ertrinken zu bewahren. Der weithin sichtbare und dominante Maschendrahtzaun musste gebaut werden, weil der Kapellenbach dort eine Tiefe von mehr als 40 Zentimeter aufweist, so Bauamtsleiter Rudolf Schartel im Gespräch mit der Badischen Zeitung.

Rudolf Schartel sagte, dass er selbst und auch die Gemeinde grundsätzlich gegen den Bau des Maschendrahtzauns gewesen seien, die eingeschaltete Unfallversicherung des Badischen Gemeindeversicherungsverbandes habe jedoch zum Bau des Zauns geraten. Normalerweise sei der Bau eines solchen Schutzzauns nur dann erforderlich, wenn sich etwa Spielplätze weniger als 200 Meter vor entsprechenden Gewässern befinden.

Da die Unfallversicherung der Gemeinde dennoch zum Bau des Zauns riet, sei man quasi in der Pflicht gewesen, diesen auch zu bauen, allein um Unfallgefahren abzuwehren. Zudem hatten Anwohner ihre Sorge geäußert, dass ihren Kindern ein Leid geschehen könne. Um auf diese Sorgen einzugehen, hatte man zuvor bereits an der höchsten Stelle einen hölzernen Zaun errichtet, bei dem man auf ein ansprechendes Äußeres geachtet hatte.

In Bezug auf die Kosten sagte Rudolf Schartel, dass man den 80-Meter-Zaun zu einem Preis von rund 3000 Euro erhalten habe. Dieser günstige Preis sei möglich geworden, weil dieselbe bauausführende Firma auch die Nordseite des Grenzacher Friedhofs eingezäunt habe, dort habe die Gemeinde dafür "richtig Geld" ausgegeben.

Anregungen und teilweise auch Forderungen nach einem entsprechenden Schutzzaun um das Sickerbecken des Kapellenbaches herum seien vor allem von Anwohnern gekommen, so der stellvertretende Bauamtsleiter. Und während sich einige Anwohner in diesen Tagen freuen, dass der Zaun realisiert wurde, ärgern sich andere Anwohner wegen dessen Dominanz inmitten der Grünzone und des offengelegten Kapellenbaches.

Zaun ist schon an ersten Stellen beschädigt

Man habe im Vorfeld des Zaunbaus aber auch andere Alternativen ausgelotet, so Rudolf Schartel. So zum Beispiel auch die Installation eines Schutznetzes über dem Sickerteich des Kapellenbaches. Diesen Vorschlag habe man jedoch wieder verworfen, weil die Wartungskosten zu hoch gewesen wären. Dass es so lange gedauert habe, bis der Zaun nunmehr gebaut werden konnte, habe unter anderem daran gelegen, dass ursprünglich auch das Planungsbüro gegen den Zaun gewesen sei, außerdem hätten Krankheits- und Ausfallzeiten dafür gesorgt, dass man erst in diesem Jahr den Schutzzaun errichten konnte.

Bedauerlich sei nur, dass man schon jetzt an verschiedenen Stellen des neuen Maschendrahtzauns Spuren von Zerstörungswut feststellen kann, so der Bauamtsleiter in einer abschließenden Stellungnahme.