Zimmermann schaltet sich ein

Ralf Staub

Von Ralf Staub

Di, 12. März 2013

Grenzach-Wyhlen

Der Sondermüllentsorger nimmt in einem ausführlichen Schreiben an Verwaltung und Gemeinderäte zu seinem Projekt Stellung.

GRENZACH-WYHLEN. Am Tag vor der Gemeinderatssitzung, an der die Verwaltung den ersten Bebauungsplanentwurf für das BASF-Areal ohne Industrie präsentieren wird, hat die Firma Zimmermann in einem ausführlichen Brief an die Verwaltung und alle Gemeinderäte noch einmal Stellung zu ihrem Projekt genommen einschließlich aller Punkte von den Arbeitsplätzen bis zum Verkehr, der als einziger Nachteil der Ansiedlung aufgeführt wird.

"Wer Akzeptanz für ein solches Projekt gewinnen will, der braucht eine offene Kommunikation", heißt es gleich in einem der ersten Sätze, in der Stellungnahme, zu der sich Zimmermann veranlasst fühlt, weil die Auseinanderersetzung aus ihrer Sicht "zum großen Teil nicht mehr sachlich" geführt werde. Seit Ende 2010 führt die Gruppe Gespräche und hatte den Eindruck gewonnen, "den idealen Standort für uns und die regionale Industrie" ausgewählt zu haben.Davon ist Zimmermann noch immer überzeugt: Die Firma teilt auch nicht die Einschätzung, dass BASF sich vom Standort zurückziehen werde, nicht zuletzt weil BASF selbst 15 Millione Euro investieren wolle. Unabhängig davon wolle Zimmermann den Standort auch ohne die Infrastruktur von BASF halten, das werde aber nicht gewünscht.

Arbeitsplätze
Zimmermann will mit 15 Mitarbeitern starten, nach vier bis fünf Jahren soll die volle Auslastung erreicht sein, was 50 Beschäftigte erfordere. Zimmermann will auch Ausbildungsplätze im Bereich Chemie/Verwaltung anbieten. Investieren will Zimmermann 7 Millionen Euro, darüber hinaus benötigt der Entsorger das örtliche Handwerk in den Bereichen Elektrik und Mechanik, da keine eigene Werkstatt vorgehalten wird. Wenn die Anlagenkapazität erreicht,wird, geht Zimmermann von Gewerbesteuerzahlungen von jährlich 300 000 Euro aus.

Kläranlage
Die Firma Zimmermann betont, dass die Kläranlage der BASF nur dann ökologisch und ökonomisch sinnvoll betrieben werden kann, wenn sie eine entsprechende "Schmutzfracht" verarbeiten kann. Die Abwässer der Firma passten optimal zum Schmutzbedarf der Anlage, heißt es. Für diese Nutzung der Kläranlage zahlt Zimmermann jährlich zwischen 400 000 und 450 000 Euro. Was die Firma in den Rhein leiten will an organischer Belastung liege bei 30 Kilogramm pro Tag. Bereits jetzt führe der Rhein bei Grenzach eine organische Fracht von 250 000 Kilo pro Tag mit sich.

Veränderungssperre
Zimmermann geht davon aus, dass das Regierungspräsidium "nach Lage der Dinge" die Betriebsgenehmigung erteilen wird. "Eine Verzögerung des Projekts kann letztlich nur durch eine Veränderungssperre hervorgerufen werden", ist sich die Firma bewusst. Aber auch diese werde die Altlastenproblematik auf dem Areal nicht ändern: Alleine die Kesslergrube mache eine nichtindustrielle Nutzung des Areals bis 2020 unmöglich. Eine industrielle Nutzung sei dagegen "neben"Zimmermann problemlos möglich – "sowohl im rechtlichen Sinne als auch in der Praktischen Ausführung", heißt es in dem Schreiben.