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02. April 2011
Martin Graff über den Dialog zwischen Christen und Moslems
GRENZGÄNGER: In Gottes Namen
Der Zufall will es, dass wir zeitgleich über Mohammed und Christus debattieren. Am Dienstag fand in Berlin die Islamkonferenz statt. Mardi prochain, le 5 avril, findet in Paris eine Debatte sur la laïcité et la place de l’Islam en France statt. Gut, die Rahmenbedingungen sont un peu différentes. In Deutschland leitete der Innenminister la rencontre. In Paris hat die Sarkozy-Partei UMP die Federführung der Debatten übernommen.
In Paris und in Berlin sorgt die Begegnung, als Versöhnungplattform gedacht, für Stress. En France vermuten viele Hintergedanken de monsieur le Président, qui a tendance à flirter avec les thèses du Front National, die Rechtsextreme Partei von Marine Le Pen, die ihre Kinder in der église Saint Nicolas du Chardonnay in Paris taufen lässt, la Hochburg der Integristen. Stichwort: Moslems raus.
In Berlin prahlt der Innenminister Friedrich, bevor die Diskussion nur richtig einsetzen kann, avec des affirmations sur la pureté chrétienne de l’Allemagne. Sarkozy redet ihm aus der Seele. Er hat kürzlich in der Kathedrale von Puy en Velay (Massif Central) les racines chrétiennes de la France gelobt. Bei seinem Papstaudienz 2007, il a même provoqué les descendants de la Révolution Française, als er betonte, qu’il préfère le curé à l'instituteur, also der Pfarrer ist wichtiger als der Lehrer. Beide verfehlen l’évolution du monde occidental, où les religions se mélangent comme les hommes et les femmes. Dennoch gibt es im historischen Umfeld des différences. In Frankreich sind Kirche und Staat seit 1905 getrennt (außer im Elsass). Deshalb das Wort laïcité, ein Unwort auf deutsch: Laizismus. Kreuze in der Schule ne sont pas autorisées. Außerdem stemmen sich in Paris alle Vertreter der Religionsgemeinschaften – Katholiken, Protestanten, Orthodoxen, Israeliten, Moslems und Buddhisten – gegen die Pseudodebatte, die sie als Instrumentalisierung des Glaubens verstehen.
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Beide, Sarkozy und Friedrich, brauchen dringend Nachhilfeunterricht in Sachen Kirchengeschichte. Das christliche Deutschland hat zwei Weltkriege ausgelöst. Das katholische Frankreich hat Protestanten und Albigenser ermordet. Im Namen Gottes haben auch Christen getötet. Eine einfache Frage an den Innenminister: "Wann genau hat sich der erste Germane zu Christus bekannt? "
Oma Caroline stürmt mit einem wunderbaren Strauss Narzissen in meine Schreibbude mit Blick auf den Schwarzwald: " Hast Du noch Platz pour une question au ministre de l'intérieur allemand? " " Schiess los!" "Herr Minister. Ich habe gelesen que, seit der Wende, über Hundert Bürger aus rassistischen Gründe umgebracht worden sind. Hatte die Mehrheit die Mörder einen christlichen oder einen moslemischen Erziehungsbackground? " À plus.
Autor: mg


