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23. Juli 2011

Martin Graff überlässt Oma Caroline das Schreiben

GRENZGÄNGER: Mata Hari beim SC Freiburg

  1. Der SC Freiburg auf Trainingsreise Foto: BZ

Cher Martin, alles schön und gut, wenn Du Deinen Urlaub im Himalaya verbringst, mais fait attention à ton Laptop. Ein Glück, dass Du nicht auch noch in einer Gletscherspalte gelandet bist. Je veux bien te remplacer pour ta Kolumne dans la BZ, es sollte allerdings daraus keine Gewohnheit werden.

Je viens de passer eine Woche in Schruns chez mon ami Max la menace, alias Max die Drohung. Als Kind angelte er mit Ernest Hemingway, der oft zu Gast war im Montafon. Später war Max Skilehrer und Leiter vom Verkehrsbüro in Tschagguns. Tu te souviens, dass er Dir das Skifahren beigebracht hat?

Von Urlaub war allerdings keine Rede. Les joueurs du SC Freiburg übten zwischen den Bergen. Der angehende Trainer Marcus Sorg apprit durch eine Indiskretion meine Anwesenheit à Schruns. Il me demanda aussitôt de coacher culturellement les Spieler. "Oma Caroline, ich bin zuständig für die Füße, könnten Sie als Mata Hari der deutsch-französischen Beziehungen nicht den Jungs etwas über die Geschichte erzählen?" J’ai bien sûr accepté, schließlich liebäugeln die Elsässer mit dem SC Freiburg depuis que le Racing Club de Strasbourg im finanziellen und spielerischen Chaos versinkt.

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La proposition de Marcus tombait bien, weil die Spieler ausgerechnet am 14 juillet, dem Nationalfeiertag en France, in Schruns waren. "Warum fahren die Panzer die Champs-Elysées runter? Der Krieg ist schon längst vorbei?" , demanda Manuel Salz. J’ai donc expliqué aux artistes du ballon rond, dass die Franzosen la Prise de la Bastille am 14. Juli 1789 feiern, als die Revoluzzer den König absetzten. Cissé chanta aussitôt la Marseillaise a Capella. Applaus.

Mais j’ai précisé, dass ich mit der militärischen Protzerei der Franzosen nicht einverstanden bin. "Statt Soldaten sollten die Fußballspieler du monde entier defilieren en invitant le public à jouer au foot." Alle Spieler vom SC Freiburg, inklusive Betreuer, Trainer, Köche und Busfahrer, sind mit meinem Vorschlag einverstanden.

Zum Abschied hat Max die Spieler im Bus noch mit einem Ständchen avec son accordéon versorgt et les joueurs m’ont demandé de chanter la fameuse chanson d'Edith Piaf: "Je ne regrette rien". Reviens gesund zurück, mais fais attention, der Yeti soll laut Reinhold Messner wieder unterwegs sein.

Deine Oma, je t’embrasse.

Caroline.

Ich, Martin Graff, bin heil zurückgekommen und möchte mich beim SC Freiburg entschuldigen. Oma hat wieder übertrieben. Aber Max a effectivement joué pour la Mannschaft. Er nennt sich Max la menace, weil er mit einer Französin verheiratet war. Im Radio lief die Serie Max la menace, deshalb sein Spitzname Max die Drohung. À plus.

Autor: mg