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03. Juli 2011 21:06 Uhr

Feuer in der Scheune

Großbrand auf dem Scherpeterhof – Gemeinde richtet Spendenkonten ein

Ein Großbrand hat in Stegen-Eschbach die Scheune des Scherpeterhofs zerstört und das Wohnhaus schwer beschädigt. Die Gemeinde hat Spendenkonten für die Betroffenen eingerichtet.

Der Brand wurde am Sonntag um 19.50 Uhr gemeldet. Das Gebäude der Feuerwehr von Eschbach ist nur 100 Meter von dem Anwesen entfernt. Schon auf der Anfahrt sahen die Feuerwehrleute, dass die Scheune des Scherpeterhofs nicht mehr zu retten war, sagte Kreisbrandmeister Alexander Widmaier. Zunächst wurde überprüft, ob sich noch Menschen oder Tiere in dem brennenden Gebäude aufhielten (Fotos).

"Es hat keine Opfer oder Verletzten gegeben", auch Tiere seien nicht zu Schaden gekommen, sagte Widmaier. Danach konzentrierten sich die Feuerwehrleute darauf, ein Übergreifen der Flammen auf das Wohngebäude zu verhindern. Wasser-Riegelstellungen schotteten das Wohngebäude von den Flammen ab, während sich die Löscharbeiten auf das Ökonomiegebäude und das angrenzende Ferienhaus konzentrierten. Atemschutzträger im Wohnteil und draußen löschende Wehrmänner kamen unverletzt mit dem Schrecken davon, als das Scheunendach – statt in sich zusammenzubrechen – am Sonntag gegen 21.15 Uhr seitlich in ihre Richtung herab stürzte.

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Entgegen erster Einschätzungen von Sonntagabend war am Montag noch nicht klar, ob und wann das Wohngebäude wieder genutzt werden kann. Wie stark sind die Räume durch Rauchgas belastet? Wie sieht es mit der Statik aus? Das müssen nun Fachleute klären.

Der Schaden lässt sich noch nicht beziffern, dürfe aber mindestens sechsstellig sein, schätzt die Polizei. Kriminaltechniker und ein von der Staatsanwaltschaft Freiburg hinzugezogener Brandsachverständiger werden im Laufe des Montags versuchen, die Brandursache zu ermitteln. Diese steht bis dato noch nicht fest. Die L 127 von Stegen in Richtung St. Peter bleibt für Lastwagen über vier Meter Höhe bis auf weiteres gesperrt, weil über die L 127 ist eine Schlauchbrücke eingerichtet ist. Der Polizeiposten Kirchzarten, Telefon 07661/90870, hat die Ermittlungen zu dem Großbrand aufgenommen.

Problem: Der Eschbach führt nur wenig Wasser

Der Vollbrand des Ökonomiegebäudes löste einen Großeinsatz aus. Insgesamt waren 150 Feuerwehrleute im Einsatz, 30 Mitarbeiter des DRK-Rettungsdienstes, zehn THW-Mitarbeiter und 20 Polizisten auf den Plan. Vor Ort übernahm die Technische Einsatzleitung des Kreises die Koordination der verschiedenen Kräfte.

Zunächst wurde die Gesamtwehr Stegen in Marsch gesetzt, danach die Gesamtwehr aus Kirchzarten. Auch die Wehr Oberried alarmierte der Kreisbrandmeister noch zur Unterstützung nach.

Probleme bereitete den Einsatzkräften der geringe Pegel des Eschbachs. Die einzige Quelle für Löschwasser am Ort des Geschehens führte aufgrund der Jahreszeit nur wenig Wasser. Deshalb wurde die Feuerwehr Glottertal zur Hilfe gerufen. Diese hat einen Schlauchwagen und legte Leitungen, damit am Brandort mehr Wasser zur Verfügung stand – und zwar aus einem Wasserlauf aus Hintereschbach und dem örtlichen Hochbehälter, dazu kamen die Tanklöschladungen der Einsatzfahrzeuge.

Im Einsatz war außerdem die Berufsfeuerwehr aus Freiburg. Mit ihren Kompressoren sorgte sie dafür, dass die Atemluftflaschen der Feuerwehrleute vor Ort aufgefüllt werden konnten.

"Mittlerweile ist die Wasserversorgung ausreichend", sagte Kreisbrandmeister Alexander Widmaier gegen 22.30 Uhr. Im Ort wartete da bereits ein Bagger. Teile des Ökonomiegebäudes sollten entfernt werden, "um besser an die Brandnester heranzukommen". Die Feuerwehr richtete sich auf eine lange Nacht mit durchgängiger Brandwache ein. Die Feuerwehrleute waren die ganze Nacht mit Löscharbeiten beschäftigt. Mittels Kran und Wasserwerfer wurden Montagmorgen die noch schwelenden Glutnester des Heus gelöscht.

Zur Brandursache konnte Widmaier nichts sagen. Kriminaltechniker und ein von der Staatsanwaltschaft Freiburg hinzugezogener Brandsachverständiger versuchen nun, den Auslöser des Feuers zu ermitteln.

Die Bewohner des Hofs kamen zunächst bei Bekannten unter beziehungsweise in einer Ferienwohnung, sagte Bürgermeister Siegfried Kuster, der wie Ortsvorsteher Bernhard Schuler vor Ort. Insgesamt sind nach Angaben von Kuster 12 Menschen von dem Brand betroffen. Die Tiere sind auf Nachbarhöfen untergebracht.

Die Rauchsäule des lichterloh brennenden Gebäudes war bereits am Sonntag gegen 20.45 Uhr weithin zu sehen. Der durch den Großbrand verursachte Brandgeruch war selbst im mehrere Kilometer entfernten Freiburg zu riechen.

Spendenkonten eingerichtet

Die Bestürzung über den Brandfall Scherpeterhof ist in Eschbach groß. Die Gemeinde Stegen richtete Spendenkonten für die Geschädigten beziehungsweise wirtschaftlich Berechtigten ein:
  • Spendenkonto Brandfall Scherpeterhof: Eigentümer: Familie Hummel, Kontoinhaber: Gemeinde Stegen, Konto Nr. 45 24 120, BLZ 680 510 04, Sparkasse Hochschwarzwald oder Konto Nr. 275 164 16, BLZ 680 900 00, Volksbank Freiburg
  • Spendenkonto Brandfall Scherpeterhof: Drei Mietparteien, Kontoinhaber: Gemeinde Stegen, Konto Nr. 45 24 138, BLZ 680 510 04, Sparkasse Hochschwarzwald
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Autor: Peter Disch, Monika Rombach (Stand, Montag, 16 Uhr)