Großalarm in Efringen-Kirchen

Großbrand in Lagerhalle bei der Entsorgungsfirma Kühl gelöscht – Schaden im sechsstelligen Bereich

Ulrich Senf und Herbert Frey

Von Ulrich Senf & Herbert Frey

Do, 30. August 2018 um 14:44 Uhr

Efringen-Kirchen

Gegen Mittag ist bei der Recyclingfirma Kühl in Efringen-Kirchen ein Feuer ausgebrochen. Der Brand hat eine Lagerhalle für Müll zerstört. Der Feuerwehreinsatz wird noch bis Freitag andauern.

+++ Update von 16.30 Uhr+++

Das Feuer in der Lagerhalle ist mittlerweile unter Kontrolle, teilt Feuerwehrkommandant Philipp Haberstroh mit. In den Materialhaufen im Inneren gibt glimmt es aber noch. Die Wehr werde das Material daher auf den Hof ziehen und ausbreiten, um es löschen zu können. Laut Haberstroh werde der Einsatz vermutlich bis morgen früh andauern. In der eingestürzten Halle waren gelbe Säcke und Sperrmüll/Holzabfälle gelagert.

In der Halle untergestellte Betriebsfahrzeuge konnten auch noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, teilt die Polizei mit. Die Brandörtlichkeit wurde beschlagnahmt. Die Ermittlungen zur genauen Brandursache werden fortgeführt. Bislang ergaben sich keinerlei Hinweise auf Brandstiftung.

Die Schadenshöhe dürfte bei mehreren hunderttausend Euro liegen, schätzt die Polizei. Personenschaden war keiner zu beklagen. Die Feuerwehr war mit nahezu 150 Leuten im Einsatz.

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Nach ersten Informationen der Polizei steht eine Lagerhalle für Recyclingmaterial in Vollbrand. Inzwischen ist die Halle teilweise in sich zusammengebrochen, so die Polizei. Bislang sei es aber gelungen, das Übergreifen der Flammen auf eine zweite Halle und einen benachbarten Betrieb zu verhindern, revidiert die Polizei einen früheren Bericht, nach der die Flammen bereits auf die Nachbarhalle übergegriffen hätten.

Messungen ergaben keine Hinweise auf Gefahrstoffe in der Luft, so die Polizei.

Anlieger sprechen davon, dass sie gehört haben, wie es nebenan knallte. Die Geräusche können auf die Explosion von Spraydosen hinweisen. Das Feuer habe sich nach Augenzeugenberichten innerhalb kürzester Zeit ausgebreitet.

Ausgebrochen ist das Feuer nach Angaben der Polizei in einer Lagerhalle mit einer Größe von rund 40 auf 60 Meter. Es wurde kurz nach 12 Uhr von einem Mitarbeiter des Unternehmens entdeckt. Da der Brandherd in der Mitte eines der Müllberge lag, geht die Feuerwehr nach den bisherigen Erkenntnissen von einer Selbstentzündung als Brandursache aus. In der Halle sind Gelbe Säcke, Sperrmüll und Holz gelagert.

Nach derzeitigem Stand sind keine Verletzten zu beklagen. Die Polizei bitte die Anwohner, Türen und Fenster zu schließen und nicht ins Freie zu gehen.

Die Löscharbeiten sind mit einem gewaltigen Aufgebot an Feuerwehrleuten in Gange. Unter Atemschutz versuchen die rund 100 Wehrmänner aus allen benachbarten Wehren, den Brand zu bekämpfen. Um die Wasserversorgung zu sichern haben die Feuerwehren ein weiträumiges Netz an Zuleitungen gelegt. Unter anderem wird auch aus dem Feuerbach Wasser gepumpt, der nach den jüngsten Regenfällen zum Glück wieder ausreichend Wasser führt.

Der Bahnverkehr ist nicht beeinträchtigt, die Bahnlinie ist frei. Die Bundespolizei beobachtet die Situation aber. Sobald der Wind drehen würde und statt wie aktuell in Richtung Nordosten hin zur Bahnlinie wehen würde, dürfen Züge nicht mehr in Efringen-Kirchen halten, sondern müssten bis Eimeldingen, beziehungsweise Istein weiterfahren.

Der dritte Brand in dem Recyclingunternehmen

Dies ist bereits der dritte Brand in dem Recyclingunternehmen. Vor fast genau fünf Jahren, am 21. August 2013, hatte es in dem Unternehmen, das unter anderem auf das Einsammeln der Gelben Säcke spezialisiert ist, einen ähnlichen Brand gegeben, der erst nach Tagen gänzlich gelöscht werden konnte. Sieben Monate später, im März 2014, kam es zu einem kleineren Brand an der Papiersortieranlage. Der konnte nach knapp einer Stunde gelöscht werden.

Daraufhin hatten Anlieger gefordert, dass das Unternehmen, das jetzt in unmittelbarer Nähe zu einem Wohngebiet liegt, ausgelagert werden müsse, konnten sich mit ihren Forderungen aber nicht durchsetzen. Die Firma Kühl hatte nach dem Brand allerdings – auch auf Forderungen der Versicherungen hin – massiv in den Brandschutz investiert.