Viele Fahrzeuge

Große Nato-Übung zur ABC-Abwehr auch in Freiburg und Südbaden

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Di, 11. September 2018 um 08:10 Uhr

Freiburg

Was passiert am Schauinsland? Wenn die größte ABC-Abwehrübung der Nato und der EU stattfindet, könnten 500 Soldaten auch über Freiburger Gemarkung ziehen – allerdings ohne Kettenfahrzeuge.

In den nächsten Tagen findet die bislang größte ABC-Abwehrübung der Nato und der EU statt. Dabei werden sich 500 Soldaten auch durch Südbaden bewegen. Die Gemeinden, wo sie möglicherweise den Ernstfall trainieren, wurden vorab informiert – auch Freiburg. "Im gesamten Übungsraum ist mit Kfz-Marschbewegungen zu rechnen", teilt die Bundeswehr mit.

Die Katastrophenschutzbehörde der Stadt hat die Information erhalten, dass im Großraum Schauinsland geübt werden soll. Das ABC-Abwehrkommando der Bundeswehr ist in Bruchsal stationiert und koordiniert die zweiwöchige Übung, die am Freitag in vier Staaten für 1500 Soldaten mit 170 Fahrzeugen beginnt – "keine Kettenfahrzeuge", sagte am Montag Presseoffizier Oliver Günther.

Freilaufendes Manöver und realistisches Szenario

450 bis 550 Soldaten und Soldatinnen aus Bruchsal sowie aus Staaten wie Italien, Tschechien, Slowakei, Kanada und Großbritannien bewegen sich nächsten Montag, 17. September, von Speyer nach Südbaden. Sie werden weder schießen noch sprengen, sondern Abwehrverfahren gegen die Wirkung von atomaren, biologischen und chemischen Kampfmitteln üben, hieß es. Und sie werden in größeren Kolonnen fahren – heutzutage ein eher ungewohntes Bild.

Das Besondere: "Das ist ein freilaufendes Manöver", sagte Günther. Die Truppe ist nicht an Kasernen gebunden. Damit das Szenario realistisch ist, soll sie ihre Aufgaben wie Erkundung und Dekontamination nicht nur auf dem Gelände von Kasernen, sondern auch von Industriebetrieben erledigen, und in Liegenschaften von Gemeinden und zivilen Einrichtungen untergebracht werden.

"Die Übung entwickelt sich und sie werden in Situationen hineingeworfen." Hauptmann Günther


Hundert Mann schrieben das Drehbuch der Übung "Coronat Mask" und nahmen Kontakt zu Gemeinden und Betrieben auf, wo mögliche Szenarien laufen könnten, sagte Hauptmann Günther. Welche Orte in der Region betroffen sind, sagte er nicht. Die Soldaten sollen vorher nichts über ihre Marschroute wissen. "Die Übung entwickelt sich und sie werden in Situationen hineingeworfen." Nur soviel: In Stetten am kalten Markt geht’s los, Donaueschingen spielt eine Rolle und am 20. September verlässt das Manöver Südbaden in Richtung Sigmaringen. Der gesamte Übungsraum erstreckt sich der Bundeswehr zufolge von der französischen bis an die schweizerische und österreichische Grenze.

Unklar ist, was am Schauinsland passieren soll. Am Berg selbst sei keine Übung geplant, sagte der Presseoffizier auf Nachfrage. Möglicherweise würden die 500 Soldaten in dem Bereich durchfahren.

Mehr zum Thema