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11. September 2010

Großer Bahnhof für Radler

Gestern Abend kurz vor 18 Uhr traf die Tour-du-Jumelage-Truppe unter viel Jubel in Le Croisic ein.

  1. Umjubelte Zielankunft am Atlantik: Nach sechs Tagen und rund 1000 Kilometern wurden die zwölf Teilnehmer der Tour du Jumelage gestern Abend in Le Croisic herzlich empfangen. Foto: Privat

LAUFENBURG. Gestern Abend um 17.55 Uhr war es geschafft. Erschöpft, aber glücklich erreichte das deutsch-französische Zwölferfeld der Tour du Jumelage, das am Sonntag in Laufenburg gestartet war, Le Croisic. Und die Partnerstadt am Atlantik bereitete den Radlern, die sich sechs Tage und rund 1000 Kilometer abgestrampelt hatten für die Städtefreundschaft, einen großen Bahnhof. Am BZ-Telefon gaben sich die Pedaleure nach allen Strapazen aufgestellt ob des herzlichen Empfangs mit annähernd hundert Franzosen.

Als die Radlergruppe am Abend zuvor Trémentines erreicht hatte, den Zielort der fünften und vorletzten Etappe, gab Torsten Amann am Handy freimütig zu: "So langsam kommt die Müdigkeit, es geht an die Substanz", so der Vorsitzende des Laufenburger Freundeskreises und Mitorganisator der Tour. Auf der 143 Kilometer langen Teilstrecke, die in Azay sur Cher begonnen hatte, erschwerte dauerhafter Gegenwind den Velozipedisten die Aufgabe noch. Gleiches war ihnen auch fürs gestrige 170-Kilometer-Finale prognostiziert. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen entschloss sich das Team, am Freitag schon um 7.30 Uhr, eine halbe Stunde früher als sonst, loszufahren, um am Abend zeitig in Le Croisic zu sein.

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Nach dem Start am Sonntag in Laufenburg schaffte das Zweirad-Dutzend die erste Etappe nach Vesoul (169 Kilometer) in knapp acht Stunden – nicht ohne erste kleine Handicaps. Fünf platte Reifen, einer bereits auf den Tramschienen von Basel, und ein "glimpflich ausgegangener" Sturz, so die Radler in ihrem Homepage-Tagebuch, konnten ihrer – durchweg betont guten – Stimmung allerdings nichts anhaben. Am Montag ging es nach Essey – mit einer unfreiwilligen Zugabe: Aus 148 Kilometern wurden 158 – wegen einer "Unkenntnis des Weges". Ansonsten meisterten die Pedaleure auch eine nachmittägliche "Bergwertung".

Das Pensum der dritten Etappe, der 163 Kilometer nach Assigny, sollte Amann am Dienstagabend als "hammerhart" beschreiben. "Den ganzen Tag Regen, richtiges Scheißwetter", entfuhr es ihm. Etwas weniger Regen, dafür kälter – so zeigte sich das Wetter am Mittwoch, als es 159 Kilometer weit nach Azay sur Cher ging, zuerst. Am Nachmittag dann lachte der Truppe die Sonne.

Fast schon zur Tradition wurde es, dass die Radfahrer jeweils am Schluss einer Etappe von einem lokalen Veloclub begleitet wurden. So war’s am Montag, am Mittwoch – und auch am Donnerstag. "Da waren wir am Ende eine Riesengruppe von mehr als 30 Leuten, das war cool", so Amann. Ein fester Brauch war es, dass die zwölf Radler an den jeweiligen Etappenzielorten von einer Delegation der ADOT mit einem Apéro empfangen wurden. Das ist eine Organisation, die sich in Frankreich für Organspenden einsetzt – ein Anliegen, das die Tourfahrer neben der Kräftigung der französisch-deutschen Freundschaft inspirierte.

Autor: Winfried Dietsche