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13. Dezember 2011 20:10 Uhr

Gemeinschaftsschule kommt

Grün-Rot führt neuen Schultyp in Baden-Württemberg ein

Die Landesregierung will vom kommenden Herbst an mit zunächst 30 Gemeinschaftsschulen einen neuen Schultyp einführen. Das entsprechende Gesetz soll im April im Landtag verabschiedet werden.

  1. „Das Lernen wird anders organisiert“, erläutert Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD). Foto: dpa

Die Gemeinschaftsschule gilt als wichtigstes Reformprojekt der grün-roten Regierung. Sie soll nach und nach alle Kinder unterrichten, die bislang auf die Haupt- und Werkrealschulen, die Realschulen und die Gymnasien aufgeteilt wurden. Auch der integrative Unterricht lern- oder körperbehinderter Kinder soll ermöglicht werden. Sie bauen auf die Grundschulen auf und können auch zum Abitur führen, im ersten Schritt sind allerdings keine Gymnasien enthalten.

Mit der neuen Schule werde ein wichtiges, neues Kapitel aufgeschlagen, erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), sie sei der erste Weg weg vom derzeitigen dreigliedrigen Schulsystem und verspreche, den Zusammenhang zwischen Schulerfolg und sozialer Herkunft aufzubrechen. Gemeinschaftsschulen werden ganztags geführt, sie erhalten neben der üblichen Ausstattung rund 60 zusätzliche Deputate.

Möglichkeiten im internationalen Vergleich

Die Lehrergewerkschaft GEW freut sich über den "historischen Moment für Baden-Württemberg", zeigt sich aber enttäuscht über die Ausstattung, darunter die hohe Unterrichtsverpflichtung für die Lehrer und den mit zwei Stunden knapp bemessenen zusätzlichen Unterricht. In ersten Reaktionen rühmt die SPD-Fraktion den Start als Voraussetzung für eine moderne Pädagogik, die Grünen loben die Möglichkeiten, die die Gemeinschaftsschule im internationalen Vergleich biete.

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Die FDP klagt hingegen, der neue Schultyp markiere die Abkehr vom erfolgreichen dreigliedrigen Schulsystem. Grün-Rot geht es nicht darum, das baden-württembergische Bildungswesen zu ergänzen, sondern die Vielfalt durch eine Einheitsschule zu ersetzen. Die CDU kritisiert den "Schweinsgalopp, mit dem die Regierung ihr bildungsideologisches Lieblingskind" durchziehe.

Nach der Verabschiedung im grün-roten Kabinett folgt die Anhörung, das Gesetz selbst soll im April vom Landtag verabschiedet werden. Weil die Eltern sich aber ebenfalls im Frühjahr für weiterführende Schulen entscheiden müssen, sollen die 30 Startschulen bereits im Januar Signale aus dem Kultusministerium erhalten, um sich rechtzeitig positionieren zu können.

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Autor: Andreas Böhme