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30. Juni 2010

Chromleisten und Weißwandreifen

4. Internationales Oldtimer-Treffen in der Gundelfinger Ortsmitte / Nostalgischer Sommersonntag in Chrom und poliertem Leder.

  1. Oldtimer-Treffen Foto: Andrea Steinhart

  2. Oldtimer-Treffen Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN. Mehr als hundert chromblitzende Karossen, zahlreiche Schaulustige und strahlender Sonnenschein: Das vierte internationale Oldtimer-Treffen in Gundelfingen nahm am Wochenende wieder die vielen Besucher mit auf eine Zeitreise in ein längst vergangenes automobiles Zeitalter.

Das älteste Auto auf dem "Sonne"-Platz in der Ortsmitte war ein Citroen-Cabrio aus dem Jahre 1922. Etwas schnaufend, aber zu Hundertprozent funktionstüchtig, erreichte der Wagen von Manfred Nübling die Gundelfinger Ortsmitte. Neben dem Citroen war alles vertreten, was sehenswert war: Ob majestätischer Jaguar, imposanter Tudor oder eine possierliche Isetta: Die private Film- und Fotosammlung dürfte bei vielen Zuschauer um einiges Material angewachsen sein. Kaum ein Modell, das nicht fotografiert wurde. Zu verdanken war die Schau den Oldtimerfreunde Gundelfingen um Vorsitzenden Fred Danner und Moderator Horst Armbruster.

Früh morgens trafen nach und nach die Oldtimer in Gundelfingen ein, um zu einer gemeinsamen Ausfahrt zu starten. Es kamen schwarze Gangsterlimousine, die man aus den Filmen der 40er-Jahre kennt, bis hin zum grasgrünen Chevrolet aus dem Jahr 1928. Zurück von ihrer Ausflugsfahrt trafen die Traumautos aus Opas Zeiten mit vibrierenden Motoren zur Mittagszeit in Gundelfingen auf dem zentralen "Sonne"-Platz ein, wo der Fachmann Horst Armbruster jedes einzelne Fahrzeug mit allen wissenswerten Details vorstellte. Bereits als Achtjähriger war er mit dem Oldtimer-Virus infiziert worden; heute nennt er mehrere historische Autos sein eigen.

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Fred Danner und Horst Armbruster als Initiatoren

Besonderer Hingucker waren die alten Veteranen. Hölzerne Armaturenbretter, Gardinen im Fond, Chromleisten und Weißwandreifen, kleine schnuckelige Wägelchen oder riesig-lange Autoschiffe, wie der Cadillac Sisty two mit einem Benzinverbrauch, der astronomische Höhen erreicht, konnten die Besucher bestaunen. Heute tragen die alten Autos das H für historisch hinter der Nummer des Kennzeichens. Dadurch werden sie, unabhängig vom Hubraum, günstig versteuert. "Sonst könnte sich so ein Amerikaner mit großer Maschine niemand leisten", meinte Armbruster.

Adenauer-Mercedes als Augenweide

Eine Augenweide war auch ein alter Adenauer-Mercedes. Der Name deshalb, weil der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik solch ein Dienstauto fuhr. Manch Brautpaar hat – auch in neuerer Zeit – schon darin gesessen. Doch Klimaanlagen waren damals noch unbekannt.

Auch ein auf Hochglanz polierter Citroen Trefle aus dem Jahr 1923 war ein optischer Genuss. "Das Fahrzeug hat nur rechts eine Tür und konnten sich nur die Ärzte, Anwälte und höhere Beamte leisten", erzählte Armbruster. Viel kleiner, aber vielleicht schon fast genauso wertvoll, zumindest für seinen Besitzer, ist ein Fiat Topolino, was auf Deutsch "Mäuschen" bedeutet. Neben dem Borgward (Jahrgang 1954) standen ein Messerschmitt-Kabinenroller (Jahrgang 1956) und der Traum aller Männer: ein Porsche aus dem Jahr 1959.

Zu sehen waren auch Traktoren und alte Motorräder. Während die meisten Menschen im Alltag moderne, schnelle Autos bevorzugen, hängt ihre Liebe doch an den betagten Gefährten, wie der Besucherandrang belegte.

Auch Motorräder und alte Traktoren

Jung und Alt drängten sich nämlich um die historischen Fahrzeugschätze und besonders die ältere Generation fachsimpelte und erzählte von ihren eigenen Erfahrungen mit den Fahrzeugen. Jeder Teilnehmer erhielt am Ende von den Organisatoren eine Flasche Sekt, bedruckt mit dem Bild seines Oldtimers.

Autor: Andrea Steinhart