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08. Februar 2012
Enttäuschte Narren: "Die Kurzen verderben alles"
Polizeiaufgebot gegen alkoholisierte Jugendliche beim Fasnetsumzug in Gundelfingen / Polizei: Plattform, um sich zu betrinken.
GUNDELFINGEN. Der sonnenreiche Fasnetsumzug in Gundelfingen wurde von einem Aufmarsch alkoholisierter Jugendlicher überschattet. Bei einem 17-Jährigen stellte die Polizei bereits um 15 Uhr einen Alkoholeinfluss von 2,61 Promille fest.
"Es macht kein Spaß mehr", sagten Stefan Link und Ulrike Fiedler unisono einen Tag nach dem schönen Fasnetsumzug, der am Sonntagnachmittag durch Gundelfingen gezogen war. Der erste Zunftvogt der Dorfhexen, Stefan Link: "Die Kurzen verderben alles." Die letzten Umzugsgruppen hätten nämlich schon keine Gelegenheit mehr gehabt, sich zu präsentieren, weil betrunkene Jugendliche in den Umzug hineinliefen – und dies, obwohl rund 40 Ordner an der knapp zwei Kilometer langen Umzugsstrecke bereitstanden. Neben mehreren Körperverletzungsdelikten kam es laut Polizei und Gemeinde auch zu Sachbeschädigungen, Bedrohungen und Beleidigungen beim Nachtreiben in und an der Festhalle sowie auf dem Schulhof. Dort versammelten sich rund 300 Jugendliche und junge Erwachsene.
"Wir geben uns viel Mühe, ein schönes Fest für die Gundelfinger Bevölkerung auf die Beine zu stellen – und dann kommen einige hundert Jugendliche und zerstören die gute Stimmung", sagte der Dorfhexenchef Link.
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Seit Dezember wurde für den Umzug organisiert und geplant – "auch von den Mitarbeitern des Rathauses und des Bauhofs", verdeutlichte Ulrike Fiedler, die Vorsitzende der Fässlistemmer. Doch nicht nur das: Für den dringend benötigten Sanitätsdienst, für die Gema-Gebühren und für die Versicherungsbeiträge müssen die beiden Narrenzünfte immer tiefer in die Taschen greifen.
Insgesamt wurden von der Polizei im Vorfeld der Veranstaltung im Bereich des Gundelfinger Bahnhofs rund 100 Jugendliche angesprochen und kontrolliert. Die Idee dazu hatte Polizeipostenführer Michael Nowak. Viele Jugendliche reisen nämlich gezielt zu derartigen Veranstaltungen. "Für diese Jugendlichen ist ein Fasnetsumzug lediglich eine Plattform, um sich zu betrinken", erläuterte Link. Bei den Kontrollen wurden jedoch nicht alle hochprozentigen Getränke entdeckt, die von den Jugendlichen zum Narrentreiben mitgebracht wurden. Stefan Link: "Ich habe einem Mädchen eine Wasserflasche abgenommen – das war purer Wodka."
Laut Polizeibericht mussten zwei Jugendliche kurzzeitig in polizeiliches Gewahrsam genommen werden, da sie sich kaum noch auf den eigenen Beinen halten konnten. Die von der Polizei in Gewahrsam genommenen Mädchen und Jungen wurden ihren erziehungsberechtigten Angehörigen übergeben, damit ein unfallfreier Heimweg garantiert war.
Andere versammelten sich nach dem Umzug rund um die Halle. "Dort war die Stimmung regelrecht aufgeheizt, bei mehreren Rangeleien mussten wir oder die Polizei eingreifen", erzählte der Hexenchef. Die zusätzlich von Freiburger und Waldkircher Polizeirevieren und auch durch Jugendsachbearbeiter verstärkte Gundelfinger Polizei leitete mehrere Strafverfahren ein.
Damit die immer aggressiver werdende Stimmung nicht eskalierte, beendeten die Organisatoren mit Hilfe der Polizei um 17 Uhr die Veranstaltung.
Autor: Andrea Steinhart


