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25. Januar 2012 18:52 Uhr

Ermittlungen

Feuerunfall auf der B3: Polizei setzt Puzzle zusammen

Die Polizei arbeitet unter Hochdruck daran, den Unfall mit zwei Toten auf der B3 bei Denzlingen aufzuklären. Klar ist: Der in den Unfall verwickelte Audi schrammte über die Leitplanke, die wie eine Abschussrampe wirkte.

  1. Die Unfallstelle: Auf der linken Spur fuhr ein Sportwagen auf die Leitplanke und wurde in den Gegenverkehr katapultiert. Foto: Dominic Rock

  2. Kerzen und Blumen erinnern an die 27-Jährige. Sie starb, als der brennende Wagen in ihr Auto flog. Foto: Dominic Rock

Beißenden Brandgeruch weht der Wind über die Felder an der B3, streicht über die Schale aufgeweichter Kürbisse neben einem kleinem Hain am Fahrbahnrand. Wie in Öl getunkt strecken vier angekokelte Bäume ihre Äste in den Himmel. Die Flammen von 17 Grablichtern tanzen hinter rotem Glas auf einem schwarzen Teppich aus verbrannter Erde. 20 Meter. 20 Meter und sie hätte die B3 verlassen und wäre weiter auf die B294 Richtung Waldkirch gefahren. Nach Hause, sie hatte einen langen Arbeitstag hinter sich. 20 Meter, das sind vielleicht zwei Sekunden. Doch dann fegt ein Feuerball den Corsa der 27-Jährigen von der Straße. Sie war der Polizei zufolge sofort tot.

"Die beiden Wagen haben einander womöglich touchiert." Polizeisprecher Schmid
Einige Zeit vorher, knapp 20 Kilometer nördlich, in einer Werkstatt in einer Emmendinger Umlandgemeinde. Ein 38 Jahre alter Franzose steigt in einen Audi RS6, ein 24-Jähriger aus Freiburg in einen Nissan GTR, beide Wagen sind hoch motorisiert, haben Hunderte von PS. Sie fahren Richtung Süden auf die B3, es tröpfelt leicht. Hinter Emmendingen können sie zunächst Gas geben, ehe sich die Fahrbahn auf lediglich eine Spur verengt. Erst einige Kilometer weiter südlich ist die B3 wieder zweispurig – auf einer beinah schnurgeraden Strecke von knapp zwei Kilometern Länge. Sie haben relativ freie Fahrt. Der Berufsverkehr schlängelt sich um diese Zeit in die andere Richtung. "Die waren dem Klang nach sehr, sehr schnell", erzählt ein Zeuge noch am selben Abend. Eine Frau berichtet auf Facebook, die beiden Wagen hätten einander gegenseitig überholt.

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Vor Gundelfingen dann eine langgezogene Rechtskurve, dort wo die B3 auf die B294 trifft. Nach etwa 500 Metern verengt sich der Radius, eine Leitplanke steigt auf, um die beiden Fahrtrichtungen der B3 voneinander zu trennen. Was in den folgenden Sekunden geschieht, ist derzeit noch Spekulation: "Die beiden Wagen haben einander womöglich touchiert", sagt der Freiburger Polizeisprecher Karl-Heinz Schmid.

Ein Funken genügte, um den Wagen zu entzünden

Nach Angaben der Polizei schrammte der Audi RS6 auf der nassen Fahrbahn über die Leitplanke, die wie eine Abschussrampe wirkte. Hier ist eigentlich Tempo 100 erlaubt. Die Polizei geht davon aus, dass die beiden Sportwagen mit deutlich höherem Tempo unterwegs waren. "In diesem Fall wirken in der leichten Rechtskurve starke Fliehkräfte auf das Auto. So ist der Audi wohl nach links auf den Mittelstreifen gedriftet und auf die Leitplanke geraten", erklärt Schmid das mögliche Szenario.

Einem Autoexperten zufolge könnte dadurch der Tank oder eine Kraftstoffleitung aufgerissen worden sein. Ein Funke genügte, den Wagen zu entzünden – der dann in den Gegenverkehr und in das Auto der 27-Jährigen schoss. Der Audifahrer starb. Der Nissan GTR geriet ins Schleudern und krachte nach etwa 80 Metern in die Leitplanke. Der Fahrer überlebte leicht verletzt.

"Ein Unfallschwerpunkt ist an dieser Stelle nicht erkennbar", sagt Walter Roth, Pressesprecher der Polizeidirektion Emmendingen. Es gab dort lediglich kleinere Auffahrunfälle, zum Beispiel beim Einfädeln einige hundert Meter weiter. Keiner der Unfälle stand jedoch in Zusammenhang mit der Streckenführung. Roth ist sich sicher: "Der Unfall hätte auch woanders stattfinden können."

Verunglückter Franzose lebte zuletzt in Mexiko

"Wir arbeiten unter Hochdruck an der Aufklärung", betont Karl-Heinz Schmid von der Polizei Freiburg. Es gebe ein riesengroßes Spurenbild – auf der Straße, an den Autos – das jetzt von Experten ausgewertet werden müsse.

Zudem habe es zahlreiche Hinweise von Zeugen gegeben. Klar ist, dass der Nissan ein Ausfuhrkennzeichen hatte und ins Ausland verkauft werden sollte. Der 24-Jährige war nicht Eigentümer des Wagens. Wie Schmid berichtet, habe der 38-jährige Franzose, der im Audi starb, zuletzt in Mexiko gelebt, was die Ermittlungen zusätzlich erschwere. Sein Wagen, den er in der Werkstatt abgeholt hatte, hatte eine spanische Zulassung. Die Werkstatt, von wo aus die beiden Fahrer gestartet waren, wollte sich auf Anfrage der BZ am Mittwoch nicht zu dem Unfall äußern.
Zeugenaufruf
Zeugen werden dringend gebeten, sich mit der Freiburger Verkehrspolizei in Verbindung zu setzen, Tel. 0761/8824371.

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Autor: Alexandra Sillgitt, Yvonne Weik