"Gibt es was Neues vom Zimmermann?"

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Di, 16. Oktober 2018

Gundelfingen

Barbara Steger und Gerhard Weber bilden das Kabarett "Die Katastrophalen" und zeigen in Gundelfingen ihr neues Programm.

GUNDELFINGEN. Viele Bürger in Gundelfingen fragen sich täglich: "Gibt es was Neues vom Zimmermann?" Eine Antwort darauf geben "Die Katastrophalen" mit ihrem neuen Kabarettprogramm zwar nicht, dafür geht es aber um den Sinn und Unsinn in der Politik, im Gemeinderat und der Gesellschaft in Gundelfingen. Am Wochenende finden weitere Vorführungen statt.

Die Hobby-Kabarettisten Barbara Steger und Gerhard Weber sind wieder auf der Bühne und stellen kritische Fragen. Sie wollen die Gundelfinger Bürger aufrütteln. Die Zuschauer können sich nicht einfach nur einen netten Abend machen – sie werden gefordert, sich eine Meinung zu bilden, über den Sinn und Unsinn zum Beispiel bei Entscheidungen im Gemeinderat. Dabei bekommen manche "Entscheider" auf humoristische Weise ihr Fett weg, denn, so die Kabarettisten: Es muss auch mal etwas gerade herausgesagt werden. Doch bevor sie sich dem ersten Thema, der Energieeinsparung im Ort, annehmen, steht die Frage des Abends im Raum: "Gibt’s was Neues vom Zimmermann?"

Wenn die Rechnung ohne den Wirt gemacht wird, kann es schiefgehen, haben Barbara Steger und Gerhard Weber beobachtet: zum Beispiel, wenn sich die Gemeinderäte einen "pseudokompetenten Berater" ins Boot holen und eine teure Plakataktion starten. "Dann haben wir das, was keiner will und niemand braucht – die Energiekarawane", so Gerhard Weber. Der Erfolg: Zwei Beratungen im Jahr 2016 und in den darauffolgenden Jahren könnten es auch nicht viele gewesen sein: "Bis dato sind von dem 60 000 Euro hohen Budget noch nicht einmal die ersten 10 000 Euro verbraucht – wie blöd muss man eigentlich sein?", fragt Barbara Steger. Nächste Frage: "Gibt’s was Neues vom Zimmermann?"

Weitere Themen des Abends sind die Schließung von Edeka in der Dorfmitte, die "Jahrhundertbaustelle" in der Kirchstraße, das Feuerwehrjubiläum und das Seniorenzentrum, dessen Bewohner lieber auf eine abwechslungsreiche Seereise gehen, statt "dröge kaserniert" zu sein. Zur Unterbringung von Asylsuchenden in Heuweiler geben die Kabarettisten den Tipp: "Selbstständig sein kann nicht beruh’n auf dem, was andre für euch tun."

Und immer wieder werden den Besuchern Ergebnisse des Umfrageinstituts Weber-Steger präsentiert: etwa die Beliebtheitsskala "Wohnort" – bei der Gundelfingen weit vor Freiburg und Denzlingen liegt. Und dann wieder die Frage, die mittlerweile die Zuhörer mitrufen: "Gibt’s was Neues vom Zimmermann?"

Die beiden Kabarettisten stehen nicht alleine auf der Bühne. Die "Gundelfinger Harmonists" geben gesanglich ihre Kommentare ab. Bissig die Texte, eingängig die Melodien. Begleitet werden sie von Rolf Haberstroh am Klavier. Gesungen werden Lieder zur Energiekarawane, zum Seniorenheim und das Zimmermannlied, Titel: "Für Presse tut er alles".

Weitere Vorstellungen finden am Freitag, 19. Oktober, und Samstag, 20. Oktober, im Spritzenhaus der Gundelfinger Feuerwehr statt. Am Samstag, 27. Oktober, gibt es eine Vorstellung in der Kirchberghalle in Heuweiler. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Karten gibt’s im Vorverkauf bei der Buchhandlung Brand. Der Eintritt kostet acht, an der Abendkasse neun Euro.