Handelte Stifter aus Dankbarkeit für wirtschaftlichen Erfolg?

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 25. Oktober 2017

Gundelfingen

Gundelfinger Schwarzwaldverein bringt Hinweistafel zur geheimnisvollen Rosmarintanne an / Heutiger Baum wurde vor zehn Jahren gepflanzt.

GUNDELFINGEN (BZ). Woher stammt der Name der Rosmarintanne am Kandelhöhenweg beim sogenannten Ochsenlager? Der Gundelfinger Schwarzwaldverein hat versucht, das Geheimnis zu lüften, unter anderem durch einen Aufruf in der Badischen Zeitung im August vorigen Jahres. Richard Mallmann, ehemaliger Wanderwart, hatte sich des Themas angenommen und Nachforschungen unter anderem im Freiburger Stadtarchiv, angestellt. Jetzt wurde an dem besonderen Baum, Ziel einer Wanderung des Schwarzwaldvereins, eine Informationstafel angebracht und feierlich enthüllt.

Für den Namen der Rosmarintanne, die an der Gemarkungsgrenze zwischen Wildtal und Ebnet steht, gibt es verschiedene Erklärungen, aber keine eindeutige Aussage. Ein wenig Geheimnis schwingt daher immer noch mit – trotz aller Nachforschungen. Was man gesichert weiß: Der Baum wurde von Norbert Müller Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts dem Schwarzwaldverein Freiburg gestiftet. Die Tanne – die eigentlich eine Fichte war – wurde allerdings 2007 aus Sicherheitsgründen gefällt.

Mitglieder der Ortsgruppen Freiburg und Gundelfingen-Wildtal pflanzten daraufhin als Ersatzbaum eine junge Douglasie, die in den vergangenen zehn Jahren auf stattliche sieben Meter in die Höhe gewachsen ist. Bei ihr wurde nun die Informationstafel nach einer Wanderung "auf den Spuren der Rosmarintanne" enthüllt.

Kein Hinweis auf Wirtin namens Rosmarie

Wer die neue Tafel liest, erfährt am Ort des Geschehens, dass man lange Zeit geglaubt habe, dass die Rosmarintanne einer Wirtin im "Ochsen" in Freiburg-Zähringen gewidmet worden sei. "Umfangreiche Nachforschungen erbrachten keine Hinweise darauf, dass es eine Rosemarie gab", heißt es nun auf der Tafel. Offenbar wird in der Wirtshauschronik keine Wirtin dieses Namens erwähnt.

Stattdessen, so verrät die Tafel dem interessierten Wanderer, wird nun angenommen, dass der aus Gegenbach stammende Stifter Norbert Müller (1845 bis 1916) in Freiburg erfolgreich mit Grundstücken gehandelt hat und dadurch wohlhabend wurde. "Es kann deshalb angenommen werden, dass er aus Dankbarkeit die Rosmarintanne dem Schwarzwaldverein gestiftet hat", steht auf der Tafel, auf der außerdem erwähnt wird, dass der Rosmarin Sinnbild für Liebe und Treue sei.

Der Gedanke, eine Frau namens Rosmarie könnte Anlass für die Namensgebung gewesen sein, hängt offenbar auch damit zusammen, dass der Baum auf Hinweisschildern und Wanderkarten mit "ie" geschrieben wird.