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27. Januar 2012
Ideen für ein Gundelfinger Leitbild
Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, sich in Arbeitskreisen für ihre Wohngemeinde zu engagieren.
GUNDELFINGEN. Die Gundelfinger machen mit: Beim Auftakt zum Erstellen eines neuen Leitbilds kamen am Dienstagabend zahlreiche Bürger – Alt und Jung, Männer und Frauen. 122 Bürger und Bürgerinnen haben sich im Vorfeld für die vorgesehenen Arbeitsgruppen angemeldet, um gemeinsam ein Leitbild für die Gemeinde zu entwickeln, das den Herausforderungen der nächsten 20 Jahre standhält.
"Ich sehe viele alte Bekannte, aber auch einige neue Gesichter", begrüßte Bürgermeister Reinhard Bentler die Gäste im Kultur- und Vereinshaus. Er zeigte sich "überwältigt" von der großen Zahl engagierter Bürger und bedankte sich bei ihnen für Interesse und Bereitschaft zur Mitarbeit. Dieses Engagement sei sehr wichtig. Denn die Aufgaben und Bedürfnisse an Gundelfingens Zukunft hätten sich mächtig gewandelt.So mache der demografische Wandel, der Wegfall einkommensstarker Gruppen und weniger Steuereinnahmen auch für Gundelfingen ein Leitbild notwendig, verdeutlichte Bentler. "Gundelfingen ist heute eine attraktive, bürger- und familienfreundliche Gemeinde mit einer guten Infrastruktur – und das sollten wir uns bewahren."
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Fünf Arbeitsgruppen (AG) sind im Vorfeld eingerichtet worden, in denen nun die Bürger sich Gedanken zur Zukunft und zur nachhaltigen Entwicklung machen sollen. Einige zeigten Interesse für zwei oder mehrere AGs. "In der Abteilung Bildung/Kultur/Soziales samt gemeinnützige Einrichtungen haben sich 39 Frauen und Männer angemeldet", berichtete Amtsleiter Peter Ficht. Ihm obliegt die gesamte Organisation. Das größte Interesse fand die zweite AG: 61 Gundelfinger wollen sich nun Ideen für die "Gemeindeentwicklung/Ortsteile/Verkehr/Wohnen/Energie" entwickeln.
An den Themen "Einkaufen/Dienstleistungen/Industrie/Gewerbe-/Handwerk" finden dagegen nur 18 Personen Gefallen. Und in der AG "Tourismus/ Freizeit/ Sport/ Gesundheit/ Umwelt/ Landwirtschaft" werden 23 Frauen und Männer Zukunftsideen sammeln.
Lediglich 12 Personen haben sich fürs Thema "Die Gemeinde als Dienstleister" eingetragen. Erste Termine für die AGs stehen bereits. Weitere Termine werden in den Gruppen selbst bestimmt. "Wichtig ist, dass in jeder Gruppe ein Sprecher gewählt wird, dem dann ein Verwaltungsmitarbeiter administrativ zur Unterstützung beisteht", erläuterte Hauptamtsleiter Peter Ficht.
Bis September sollen die Zukunftsideen gesammelt und ausgearbeitet sein, um diese zusammengefasst im November dem Gemeinderat vorlegen zu können. Damit das Gemeindeentwicklungskonzept bis Ende des Jahres steht, ist es noch ein weiter Weg, wenn auch mit dem Auftakt ein erster Schritt getan ist, sagte bei der Veranstaltung Wolfgang Hafner, Professor an der Hochschule für Verwaltung in Kehl.
Jetzt heißt es, in den Gruppen und in den zu bildenden Unterarbeitsgruppen, kreativ ans Werk zu gehen. Nachdem die Grundsatzfragen abgearbeitet sind, soll in den AGs herausgefiltert werden, was für die Entwicklung Gundelfingens wünschenswert und notwendig ist. Die Erfassung der Ist-Situation und derer Bewertung seien dazu ein erster Arbeitsschritt, erläuterte der Fachmann.
Danach steht das Benennen der fachlichen Ziele an. "Je Themenbereich wäre es gut, wenn am Ende zwei Leitziele auf der Agenda stehen, über die der Gemeinderat diskutieren kann", so Hafner: "Doch bitte achten Sie darauf, dass Ihre Ziele s-m-a-r-t sind: spezifisch, messbar, ausführbar, realistisch und terminierbar." Er versprach, bei der Strukturierung zu helfen, und stellte gleich ein Formblatt für die Protokolle vor. "Ihre Aufgabe ist es nun kreativ Ideen zu entwickeln – wir helfen dabei diese in Form zu bringen", so Hafner.
Autor: Andrea Steinhart
