Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

17. Juli 2010

Kunst als Bereicherung für die Bank

Vernissage mit Künstler Hans Peter Friedrich, der zurzeit eine Ausstellung in der Raiffeisenbank Gundelfingen präsentiert.

  1. Vernissage Raiffeisenbank Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN. Stimmungsvolle Ansichten zeigt der Künstler Hans Peter Friedrich bei seiner derzeitigen Ausstellung in den Schalterräumen der Raiffeisenbank Gundelfingen. Kunst in einer Bank ist eine Bereicherung für Kunden, entspannt und bringt Menschen dazu, sich auszutauschen, wie Christoph Greiner formulierte. Musikalisch gestaltet wurde die Vernissage von Manuela Reichenbach und Sonea Kuri.

"Ein Kunstwerk kann Gefühle und Gedanken auslösen, aber sie sind nicht beschreibbar", so begrüßte Bankchef Greiner die Gäste der Ausstellung am Mittwochabend. Ihm, so sagt er, sei es wichtiger, ein Kunstwerk zu erfahren, als darüber zu reden, auch wenn seine Empfindungen beim Betrachten der Bilder Fragen aufgeworfen haben. Der Gundelfinger Künstler Hans Peter Friedrich ist in frühen Jahren als Technischer Zeichner mit der Malerei in Verbindung gekommen und hat dies zunächst im Eigenstudium ausgebaut. Eine dreijährige künstlerische Ausbildung in Akt- und Porträtmalereien absolvierte er, nachdem er an der Münchner-Kunstakademie aufgrund seines Alters abgelehnt wurde, bei der Freiburger Malerin Doris Ruch-Hummel.

Werbung


"Hans Peter Friedrich ist ein Erfinder und Dolmetscher zwischen Natur und Mensch", sagte die Kunsthistorikerin Sabina Scheliga aus Staufen in ihrer Einführung. "Er schafft Neues und führt uns das Wesentliche seiner Visionen vor Augen." Genau diese durchdachte und ausgewogene Komposition fesselt den Betrachter und regt zum Nachdenken und Weiterdenken an. Zu einer imaginären Reise durch die Ausstellung nahm die Kunsthistorikerin die Gäste mit und erläuterte die facettenreichen Details der Kunstwerke, dessen wesentliches Thema das "Wasser" darstellt. "Die Durchsichtigkeit des Wassers, unter dem die Steine zu sehen sind, realisiert er mit durch seine altmeisterliche Maltechnik", so Scheliga.

Während der Künstler in manchen Gemälden detailgetreu und zeichnerisch arbeitet, tritt bei der "Begegnung mit Ikarus" das Malerische in den Vordergrund. "Mysterium und Wirklichkeit, Erde und Universum, Außen- und Innenraum stellt Friedrich gegenüber und setzt sie in eine absurde Beziehung zueinander", verdeutlicht die Kunsthistorikerin. Die Logik der Welt wird dabei außer Kraft gesetzt und eine neue Ordnung der Dinge konstruiert.

Vor allem auf Reisen, im Urlaub, wo er sich entspannen kann, entstehen seine rätselhaften Visionen. Er macht Skizzen vor Ort. Vollendet werden die Kunstwerke jedoch zu Hause. Friedrich malt in klaren und kräftigen Farben, wobei er immer wieder zu seinem Hauptelement "Wasser" zurückkommt. Der Blick bei dem Bild "Lichtreflexe" fällt frontal von oben auf die Wasserfläche, die er mit vielen Nuancen, Reflexe und Bewegungen darstellt.

Dazu sagt Friedrich selbst: "Das Wasser in meinen Werken steht für Tragen, Aufnehmen, für die Tiefe und Weite, für die Form- und Farbenvielfalt sowie für die Transparenz. Das Wasser ist für mich der Auslöser und die Inspirationsquelle für meine Visionen, die ich malerisch zum Ausdruck bringe." Zu sehen sind weitere Kunstwerke, die auch seinen Beruf als technischer Zeichner verdeutlichen. Doch als Hauptmodelle fungieren ihm in der Regel seine Familienmitglieder, so auch der bei der deutschen Nationalmannschaft mitspielende Eishockeyspieler Christian Ehrhoff, aber auch seine Frau und sein Hund verewigt er in seinen Bildern.

Hinweis: Die Ausstellung in der Raiffeisenbank, Wildtalstraße 2, Gundelfingen, kann zu den Öffnungszeiten der Bank bis zum 5. August besichtigt werden. (Montag bis Freitag von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr; Montag-, Mittwoch- und Freitagnachmittag von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr; am Dienstag und Donnerstag von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr)

Autor: Andrea Steinhart