Nostalgie in Chrom

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Di, 18. Juli 2017

Gundelfingen

WIE WAR’S BEIM... achten internationalen Oldtimer-Treffen in Gundelfingen mit 70 wertvollen Karossen?.

GUNDELFINGEN. Schön, schnell, selten und mit lückenlos nachvollziehbarer Geschichte: die Oldtimer. Am Sonntag fuhren rund 70 wertvolle Karossen bei strahlendem Sonnenschein aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Luxemburg in Gundelfingen ein. Das achte Oldtimer-Treffen in Gundelfingen nahm dabei wieder die vielen interessierten Zuschauer mit auf eine Zeitreise in ein längst vergangenes automobiles Zeitalter.

Die Wertvollsten
"Der Wert eines Oldtimers bestimmt die Marke – aber auch der Zeitaufwand, bis das Auto wieder fahrbereit ist", erläuterte Horst Armbruster. Er hatte am Sonntag die Aufgabe, alle einfahrenden Oldtimer auf dem Sonne-Platz vorzustellen. Zu den wertvollsten Schmuckstücken auf Rädern gehörten die zwei majestätischen Rolls-Royce. Einer der beiden fuhr vor 50 Jahren Chauffeur Johann des Grafen Yoster. "Wenn der Motor eingestellt wurde, stellte man eine Mark hochkant auf die Motorhaube – blieb sie stehen, war er richtig eingestellt", erzählte der Experte. Der andere Rolls-Royce Silver Wraith (silbernes Gespenst) war damals der erste Wagen, den Rolly-Royce nach dem Zweiten Weltkrieg neu entwarf.

Die Seltensten
Vom REO Speedstar gibt es nur noch zwei oder drei Exemplare weltweit. Da ist sich Armbruster sicher. Gebaut wurde das Auto in einer amerikanischen Lastwagenfabrik. 1920 wurde die Produktion eingestellt. Bis das Auto fahrbereit war, musste Besitzer Eckhard Bergmann viele Teile selbst anfertigen. Alt, selten und sehr schön ist auch der zitronengelbe Citröen Cabrio (Baujahr 1922) von Manfred Nübling.

Selten auf deutschen Straßen ist der tschechische AeroAero-30. Zu den rarsten Oldtimern, die vorgestellt wurden, gehört auch die "Knutschkugel", eine BMW-Isetta aus dem Jahr 1962 der Eheleute Kraus.

Die Ausgefallensten
Eine interessante Aufschrift, die für den Pflegeberuf wirbt, ziert den VW-Bus von der Firma Hornbruch. Kurios ist auch der ab 1964 produzierte NSU Wankel Spider – er war das erste Serienauto mit Wankelmotor und ist heute ein gesuchter Oldie – auch weil nur knapp 2400 Stück vom Band liefen. Froschgrün ist der Fiat-Spider 850 (1972), den Petra Kaiser vorführte. Bei vielen Oldtimern stimmte alles bis auf das letzte Detail: Beim Opel Manta B (1977) hing der originale Fuchsschwanz am Rückspiegel.

Die Schönsten
"Schön sind alle – und jeder findet seinen Oldtimer am schönsten", erläuterte Armbruster. Für ihn war jedoch der Jaguar E-Type, der 1969 gebaut wurde und rund 130 000 Mark gekostet hatte, eines der schönsten Autos am Sonntag. "Doch alle Oldtimer hier sind wahre Schmuckstücke – jeder Wagen ist in einem absolut guten und gepflegten Zustand."

Der weiße Porsche 356 B (1959) zog auch viele Blicke auf sich. Das Auto mit seinen kleinen Fenstern wurde seinerzeit unter anderem von der Autobahnpolizei genutzt.

Den Fiat 850 Sport Spider (1971) gab es in den 70er Jahren häufig. "Jeder junge Mann wollte einen haben um damit den Mädchen zu imponieren", erzählte Armbruster. Schön fanden Autofahrer in den 70er Jahren auch den Mercedes W107 – er wurde 16 Jahre lang gebaut.

Fotos des Oldtimer-Treffens gibt’s auf mehr.bz/oldtimergufi