Rollende Limousinen

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Fr, 10. Juni 2011

Gundelfingen

5. Internationales Oldtimer-Treffen in Gundelfingen.

GUNDELFINGEN. Aus Anlass des Jubiläums "125 Jahre Automobil" veranstalteten die Oldtimerfreunde Gundelfingen das 5. Internationale Oldtimertreffen. Über 60 Karossen, viele Interessierte und strahlender Sonnenschein war deshalb am Sonntag in der Gundelfinger Dorfmitte angesagt.

Das älteste Fahrzeug, das in diesem Jahr am Start war, war der Citroën Cabrio aus dem Jahre 1922. Eines der schönsten war der Rolls-Royce Phantom aus dem Jahr 1931. Zusammen mit den majestätischen Jaguars, imposanten Ford Tudor und possierlichen Topolinos, mit denen einst halb Italien unterwegs war, hatten nicht nur die Auto-Liebhaber genügend zu bewundern. Viele Männer bestaunten mit verklärtem Lächeln die Karossen von gestern. Etliche amüsante Geschichten rund um die vorgestellten Raritäten lieferte Moderator Horst Armbruster zu jedem Fahrzeug.

Bereits früh morgens trafen nach und nach die Oldtimer aus dem "Ländle", dem Geburtsland des Automobils, aus der Schweiz, aus Frankreich, aus Luxemburg und Tschechien in Gundelfingen ein, um zu einer gemeinsamen Ausfahrt zu starten. Es kamen dunkle Limousine mit Weißwandreifen die man aus den alten Mafia-Filmen kennt, bis hin zum knallroten AERO 30-Sport aus dem Jahr 1935. Zurück von ihrer Ausflugsfahrt fuhren die rollenden Museumsstücke zur Mittagszeit in Gundelfingen auf dem Sonne-Platz ein, wo Oldtimer-Experte Armbruster auf die besonderen Hingucker hinwies: Hölzerne Armaturenbretter, Gardinen im Fond, Chromleisten, Zylinderanzahl und PS-Stärken. Man konnte wieder die kleinen Messerschmitt-Kabinenroller (Jahrgang 1956) und einen MG Roadster bewundern, aber auch Traktoren, wie den von Michael Karle selbst vorgestellten "Lanz Bulldog".

Eine Augenweide und daher vielfach umschwärmt: Der Mercedes 300 Adenauer Cabrio D, den ein Chauffeur lenkte. Das Modell aus dem Baujahr 1953 hat ein Faltschiebedach, 115 Pferdestärken und sechs Zylinder in Reihe.

Auch ein lindgrüner, auf Hochglanz polierter, Borgward Hansa aus dem Jahr 1954 konnte besichtigt werden. Während die meisten Menschen im Alltag moderne, schnelle Autos bevorzugen, hängt ihre Liebe doch an den betagten Gefährten, wie der Besucherandrang belegte. Jung und Alt säumten nämlich die Einfahrt und die Plätze. Vor allem die ältere Generation fachsimpelte und erzählte von den eigenen Erfahrungen, mit den historischen Fahrzeugschätzen.