Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

20. April 2011

Schülerbeitrag zum Umweltschutz

Die "Klimarebellen", eine Arbeitsgemeinschaft des Albert-Schweitzer-Gymnasiums sorgen für Solarstrom vom Schuldach.

  1. Strom vom Dach des Albert-Schweitzer Schulzentrums Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN. Die Schüler des Albert-Schweitzer-Schulzentrums Gundelfingen sind jetzt unter die Stromerzeuger gegangen. Seit vergangener Woche erzeugen sie mit 128 Modulen jährlich 25000 Kilowattstunden Energie aus Sonnenlicht. Eine stattliche Leistung – zum Vergleich: Der Jahresverbrauch eines Einfamilienhauses beträgt 3.500 Kilowattstunden Strom im Jahr.

"Wir gehen noch vor Ostern ans Netz, es wird Zeit, Strom zu ernten", sagt Elektroingenieur Herbert Krickl, der die Klimarebellen am Albert-Schweitzer-Schulzentrum (KRASS) seit Anfang an begleitet. Es hat lange gedauert. Während in Denzlingen seit 2006 eine Solar-AG samt Förderverein in Zusammenarbeit mit der Oberle-Stiftung für Strom sorgt, verging in Gundelfingen fast ein Jahr von der Gründung bis zur Stromlieferung – und das drei schmerzhafte Einspeisevergütungsabsenkungen später. Doch nun ist es Realität: Der erste Teil der geplanten Anlage wurde offiziell zusammen mit dem stellvertretenden Schulleiter Volker Knoop eingeweiht. Dafür investierten die Stromrebellen 66 000 Euro. Der gemeinnützige Verein für Umwelt- und Klimaschutz (VUKS) wurde eigens dafür gegründet. Allein 11000 Euro nahmen die 800 Schüler durch einen Sponsorenlauf im vergangenen Sommer für den Verein ein, mit weiteren 24 000 Euro beteiligten sich die Eltern über Genossenschaftsanteile, der Rest wird über die Raiffeisenbank finanziert. Mit den Einnahmen der Anlage, die der wirtschaftliche Verein "Sonnenklar" verwaltet, sollen künftig weitere Module gekauft und Projekte an der Schule im Sinne der Umwelt gefördert werden. "Das ist eine durchaus unterstützenswerte Sache, bei der ich zudem meinem Sohn das Investieren erklären kann", sagt der Investor und Vater Thomas Reihneckel.

Werbung


"Es war teilweise eine sehr stressige Zeit, in der wir auf viele Hindernisse stießen. Aber wir haben immer gewusst, dass wir das Richtige machen", erläuterte Krickl. Angefangen hatte alles mit zahllosen Abstimmungsrunden, Begehungen und Verhandlungen mit dem Landratsamt, unterschiedlichsten Planungsbüros, der Schulleitung, den Hausmeistern, der Bank, den Eltern und Gönnern. "Es ist eine völlig andere Dimension, auf einem Privathaus eine PV-Anlage zu bauen, als auf einer Schule. Nun ist es geschafft, nicht zuletzt wegen der wohlwollenden Unterstützung von allen Seiten, dem Rektorat, der Lehrer und den Hausmeistern, um nur einige wenige zu nennen."

"Mit der Solaranlage wollen wir regenerativen Strom erzeugen und so aktiv ein Zeichen gegen den Klimawandel setzten", erklärt Lehrer Klaus Rau bei der Einweihung. Seine Kollegin Beatrice Kranefoer ergänzt: "Außerdem möchten wir ein stärkeres Umweltbewusstsein bei den Schülern fördern und das Thema erneuerbare Energien praxisnah in den Unterricht einbringen." Für das kommende Schuljahr planen die Macher eine bessere Zusammenarbeit mit der Werkrealschule, um auch alle Schüler des Schülerzentrums in das Projekt einbinden zu können. Die Planung von weiteren Photovoltaikmodulen mit einer Leistung von 30 KWp auf den beiden Nordtürmen der Schule wird derzeit ausgearbeitet. Die Genehmigung vom Landratsamt liegt bereits vor.

Hinweis: Weitere Informationen gibt es am Albert-Schweitzer-Schulzentrum unter der Mail-Adresse: SolarAG@gmx.de

Autor: Andrea Steinhart