"Wir sind stolz auf Ihre Leistungen"

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Mi, 27. Juni 2018

Gundelfingen

Die Gemeinde Gundelfingen bereitet Paralympics-Goldmedaillengewinner Martin Fleig einen feierlichen Empfang.

GUNDELFINGEN. Gut drei Monate ist es her, seit der Weltmeister Martin Fleig in Pyeongchang die Goldmedaille im Biathlon gewonnen hat. Und seitdem hat der Behindertensportler einen vollen Terminkalender. Am Montag nahm er sich die Zeit, um sich in das Goldene Buch Gundelfingens einzutragen. Seine Heimatgemeinde würdigte den Paralympics-Goldmedaillengewinner mit einem Sektempfang im Rathaus. Schüler der Gemeinschaftsschule standen vor dem Ratssaal Spalier und empfingen den Sportler mit wehenden Fahnen.

49 Minuten für 15 Kilometer und ein fehlerfreies Schießen brachten Martin Fleig nun den zweiten Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde Gundelfingen. Vor einem Jahr hatte die Gemeinde ihm einen Empfang bereitet, weil er bei der Weltmeisterschaft der Sportler mit Behinderung in Finsterau zwei Gold- und eine Bronzemedaille im Biathlon sowie eine Bronzemedaille im Langlauf gewonnen hatte. Nun kehrte er sogar mit der Goldmedaille aus dem südkoreanischen Pyeongchang zurück.

"Wir sind stolz auf Ihre Leistungen und wir sind hocherfreut, dass Sie sich heute noch einmal in das Goldene Buch der Gemeinde eintragen", sagte Bürgermeister Raphael Walz. "Ihre Leistung kann man nur mit viel Training, Ausdauer, Zielstrebigkeit, Fleiß und viel Talent erreichen", lobte der Bürgermeister. "Jeder der in Gundelfingen wohnt, hat Sie beim Training schon einmal gesehen." Bewundernswert findet Walz auch das Selbstbewusstsein Fleigs.

Zum Empfang fand sich auch Landrätin Dorothea Störr-Ritter, Dienstherrin von Martin Fleig, ein. "Zum Landkreis gehören 50 Gemeinden – aber was Gundelfingen nun hat, ist unvergleichlich", sagte die Landrätin. Ihn zu loben falle ihr leicht, denn sie freue sich sehr, dass es mit der Goldmedaille geklappt hat. Die Leistung war aber auch nur möglich, weil Fleig eingebettet ist in der Familie, im Umfeld und in der Region. "Wir gehen davon aus, dass Sie noch lange weitermachen – Sie haben das Zeug dazu." Jürgen Willrett vom Olympiastützpunkt dankte der Landrätin für die Förderung und für die Freistellung des Sportlers.

Bundestrainer Ralf Rombach war von den Leistungen Fleigs vor einem Jahr schon sehr angetan. "Dass Martin das aber noch getoppt hat, ist sensationell, damit hat niemand gerechnet." Zumal es anfangs bei den Paralympics alles andere als optimal lief. Fleig hatte nur noch beim letzten Lauf eine Möglichkeit für einen Sieg, dabei musste er aber fehlerfrei schießen – was ihm dann auch gelang. "Der Druck war schon enorm", gestand Fleig. Aber am Ende sei es ein grandioser Tag gewesen. Dankbar ist er für sein Sportgerät, ein Langlaufschlitten, den das Sanitätshaus und Orthopädietechnik Rapp und Seifert in Bad Krozingen aus Carbon maßgeschneidert hat. "Ich kenne Martin schon als Bub", erzählte Martin Rapp. Er baute ihm seinen ersten Schlitten aus Stahl und jetzt den superleichten Siegerschlitten. "Aber die Leistung hat Martin gebracht – das kann kein Schlitten bringen."

Als Überraschungsgast hatte Bürgermeister Walz noch Benedikt Doll zum Empfang eingeladen. "Ich bin gern gekommen, es war mir ein Anliegen", sagte Doll. Fleig und Doll kennen sich gut, denn beide trainieren im Olympiastützpunkt. Benedikt Doll ist ebenfalls Biathlet. Der 28-Jährige gewann bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang die Bronzemedaille. Ebenfalls anwesend war Ringerlegende Adolf Seger, der Fleigs Leistungen bei der Olympiade lobte.