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25. März 2010

Ausprobieren macht Spaß

"Sendung mit der Maus": Christoph Biemann erklärt in der Bleibacher Güterhalle die Welt.

  1. Der Autor Christoph Biermann erklärte am Samstag in Bleibach Kindern die Welt. Foto: F.B. Timm

GUTACH-BLEIBACH. Klar, Christoph Biemann (bekannt aus "Die Sendung mit der Maus") zieht ein grünes Sweatshirt über, bevor er anfängt. Hübsch ist auch die Idee, die üblicherweise zweisprachige Sendungseröffnung der "Maus" für die Güterhalle zu adaptieren und den Gast auf Hochdeutsch und Alemannisch willkommen zu heißen.

Seit 38 Jahren, erzählt Biemann der großen Runde aus Kindern und begleitenden Eltern, mache er Experimente, probiere aus. Und dann folgt ein schneller Ritt durch die Geschichte: Das, was "wir jeden Tag machen", habe die Natur vor einer Milliarde Jahren "mit Glibbertierchen" angefangen; vor einer Million Jahren dann der Mensch, der "ausprobieren und weitergeben" könne. Erste Versuche mit Elektrizität habe es schon bei den alten Griechen gegeben – und Biemann zeigt, wie ein statisch aufgeladener Luftballon Papierschnipsel in Bewegung setzen kann (aber wirklich sehen kann man es aus dem Zuschauerraum wohl kaum).

Verdrängt Wasser eigentlich Luft? Und unter welchen Umständen? Wann schwimmt ein Körper im Wasser und wann nicht? Wenn es um solche Fragen geht, ist Biemann stark. Eindrucksvoll zeigt er, dass Knete als Klumpen nicht schwimmt, zum Boot geformt aber schon. Schön auch die Versuchsfolge mit dem Ei: Gekocht schwimmt es erst dann, als das Wasser stark salzhaltig ist. Und geht es in eine Flasche, deren Hals dünner ist als das Ei? Klar: Heißes Wasser in die Flasche, ausschütten – der verbliebene Wasserdampf wirkt wie ein Sauger, das Ei flutscht in die Flasche. Biemann hält die Flasche hoch, kehrt sie um und hat gleich noch die Funktionsweise des Fahrradventils erklärt. Luft ist, wie die Kinder lernen, nicht nur ein Körper, sondern hat auch noch Kraft – sie könne auch ein Papier halten, das ein zehn Meter hohes Glas voll Wasser nach unten abschließt. Spannend sind auch die Effekte mit dem so genannten Möbius-Band: Ein schmaler Papierstreifen wird zum Ring zusammengeklebt – dabei aber ein Ende um 180 Grad gedreht. Christoph klebte auf der Bühne und brauchte wohl Zeit zum Trocknen: Zwischendurch las er seinem Publikum eine Geschichte aus seinem Experimente-Buch vor. Das wirkte – zumindest aus Erwachsenensicht – doch ein wenig deplaziert und bemüht: Mitten im Frühjahr eine Geschichte zu hören, die mit dem Weihnachtsmann-Motiv spielt, will nicht recht passen. Schade auch, dass das Experiment nicht recht klappte: Schneidet man das Möbius-Band einmal an einer imaginären Mittellinie, entsteht ein doppelt so langes Band, beim zweiten Schnitt müssten es zwei ineinander verschlungene sein .

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Die Kinderrunde hielt eine knappe Stunde relativ aufmerksam durch. Christoph Biemann wirkt im Fernsehen überzeugender, auch dichter. Seine Neugier steckt aber an, die trockene Konsequenz, mit der er den Dingen auf den Grund geht, auch. Wünschenswert wäre eine andere Einrichtung der Güterhalle gewesen: Biemann nicht auf die entrückte Bühne, sondern in die Mitte des Raums, dazu Tageslicht. Und etwas Interaktion, vielleicht gar die Chance, mehr mit- und nachzumachen. Vielleicht beim nächsten Mal?

Autor: Frank Berno Timm