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30. Januar 2012

"Da könnte die nächste Rennstrecke entstehen"

Gemeinderat Gutach kritisiert Pläne für Kreisstraße punktuell.

  1. Die K 5109 soll (von hier betrachtet) rechts den Weiher umrunden. Foto: Karin Heiss

GUTACH. Der Ausbau der Kreisstraße K 5109 zwischen Siegelau (Maierhof) und Keppenbach wird vom Gemeinderat Gutach grundsätzlich begrüßt. Die bei der weiterführenden Planung des Kreisstraßenbauamtes angestrebte Straßenverlegung, um den Weiher an der Stelle Einmündung Elmingweg in die Freiämter Straße herum, stieß hingegen auf kontroverse Ansichten im Gremium. Mit sechs zu fünf Stimmen wurde den Planungen schließlich dennoch knapp zugestimmt.

"Das Landratsamt strebt einen Ausbau der Kreisstraße von Siegelau nach Keppenbach an", leitete Bürgermeister Urban Singler das Sitzungsthema ein. Bauamtsleiter Thomas Heizmann bot Einblick in die Einzelheiten. "Die vorliegende Planung sieht einen Ausbau der Straße mit einer durchschnittlichen Breite von 5,5 Metern vor". In ihrem Verlauf soll sie ein weitestgehend daneben anschließender Grünstreifen und ein rund zwei Meter breiter Rad- und Gehweg begleiten. Die Maßnahme fand generell Zustimmung. Weiterführende Planungen stießen hingegen auf Kritik. Denn der derzeitige Straßenverlauf wird dabei nicht ganz eingehalten. Vom Maierhof aus beginnend bis zur Höhe des Anwesens Elmingweg 4 orientiere sich die Ausbauplanung laut Heizmann an der jetzigen Straßenführung, dann wird der Verlauf aber verlassen und großzügig um den dortigen Fischweiher vom Wirtseppenhof herum gelegt. Am Anwesen Freiämter Straße 8 nimmt die Straße den bestehenden Verlauf (Richtung Gasthaus G’scheid) wieder auf. "Wir sind uns nicht einig, wie es hier mit den Nutzungsrechten für den Fischweiher aussieht", ergänzte der Bauamtsleiter. Auch mit der geplanten Kurvenbegradigung im weiteren Verlauf zum G’scheid hinauf, konnten sich nicht alle Gemeinderäte anfreunden. Aber die mögliche Verlegung der Parkplätze direkt vor der Gaststätte (bislang sind sie auf der anderen Straßenseite), welche die leicht abweichende Straßenführung dort möglichen machen würde, fand Anerkennung.

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"Im Großen und Ganzen sind die Ausbaupläne zu begrüßen", betonte der Bürgermeister, schränkte aber ein, "von der Verwaltung aus, können wir dem geplanten Vorhaben am Weiher nicht zustimmen." Nun lege die Entscheidung beim Gemeinderat, "in welche Richtung das gehen soll".

Barbara Schuler (ÖL) nannte den Ausbau am aufwärtsführenden Straßenabschnitt zum G’scheid, speziell die geplante Kurvenbegradigung dort, "größenwahnsinnig". Damit entstünde "die nächste Rennstrecke". Da die Straße fast nur an Wochenenden sehr hoch frequentiert sei, würde ein Ausbau des Bestehenden dort ausreichen, meinte sie. Rosa-Maria Wernet (CDU) und andere Räte pflichteten ihr bei. Zudem unterstützte Wernet mit anderen Thomas Dorers (FW) Ansicht, dass die geplante Straßenverlegung am Weiher "überdimensioniert ist". Sie meinten damit auch, außer immensen Eingriffen in Naturbegebenheiten (Hangsicherungen, Flächenverbrauch, Bachverlegung), Bewirtschaftungs- und Eigentümerrechte, unnötig hohe Kosten und sahen diese, wie Heinrich Eble (CDU), "als Knackpunkt". Hansjörg Weis (FW) wollte bezüglich der Kostenschätzungen wissen, was davon unter Umständen die Gemeinde trifft. Stefanie Weiner (ÖL) wünschte, dass man noch nach einer anderen Lösung sucht. Dies unterstützte auch Berthold Reich (FW). "Wenn man sieht, was am Brand in Elzach an Millionen verprasst wurde, lohnt es sich nach Alternativen zwischen Neu und Alt zu suchen", fand er.

Doch zunächst musste über die Pläne generell abgestimmt werde. Da sich – bei Gegenstimmen des Bürgermeisters, Stefanie Weiner, Barbara Schuler, Thomas Dorer und Rosa-Maria Wernet – eine knappe Mehrheit dafür aussprach, muss laut Singler nun abgewartet werden, was kommt, wenn unter anderem Gewässer- und Naturschutzgutachten vorliegen.

Autor: Karin Heiß