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28. Januar 2012
Der Standort ist optimal
Die Gemeinden sind sich einig: Die "Hintermatte Ost" kann ohne Naturnachteile bebaut werden.
WALDKIRCH / SIMONSWALD / GUTACH. Die drei Gemeinderäte der Verwaltungsgemeinschaft Waldkirch/Gutach/Simonswald beschlossen einstimmig in ihren jüngsten Sitzungen, ihren Flächennutzungsplan umzuschreiben, um eine Gemeindebedarfsfläche im Bereich "Hintermatte-Ost" auf der Gemarkung Gutach-Bleibach zu schaffen.
Diese Fläche, rechter Hand vor dem Kreisverkehr in Fahrtrichtung Simonswald, soll dem Zweck bestimmt werden, einen kommunalen Bauhof sowie einen Stützpunkt der Straßenmeisterei zu errichten. Des Weiteren wird von der Abfallwirtschaft des Landratsamtes Emmendingen erwogen, dort einen Recyclinghof sowie einen Grünschnittsammelplatz einzurichten.Diese Vorhaben bestehen seit längerer Zeit, war den Sitzungsvorlagen zu entnehmen. Unter anderem legte dafür das Kreisplanungsamt bereits 2008 eine Projektbeschreibung und Begründung beim Landratsamt vor. Da in der Folge das Regierungspräsidium eine Abweichung von der derzeitigen Flächennutzung als Grünland nicht befürwortet hat, entschied die Gemeinde Gutach, ein Gutachterbüro für Landschaftsplanung zu beauftragen, um Möglichkeiten aufzuzeigen, welche die Aufhebung der Grünzäsur begründen und andererseits die Belange von Natur und Landschaft sichern.
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Der Antrag auf Aufhebung der Grünzäsur wird wie folgt begründet: Ein Stützpunkt der Straßenmeisterei des Kreises, der in direkter Nachbarschaft zum Hauptsitz der Firma Sick AG in Waldkirch liegt, muss weichen, wenn das Unternehmen diese Liegenschaft erwirbt – ein Anliegen, dem die Stadt und der Landkreis wohlwollend gegenüberstehen. Deshalb gab der Landkreis ein "Gutachten zur Optimierung des Straßenbetriebsdienstes in Auftrag". Dieses schloss mit der Empfehlung, "im Raum Bleibach einen Stützpunkt zu errichten und gleichzeitig den Standort Waldkirch aufzugeben". Das Vorhaben der Gemeinde Gutach, dort einen Gemeindebauhof zu errichten, begründet sich darin, dass der bestehende Bauhof auf dem Gelände der alten Ziegelei, die derzeit abgerissen wird, ebenfalls weichen muss, hier ein Wohnbaugebiet realisiert wird (BZ berichtete). "Eine Gegenüberstellung von acht möglichen Standorten durch das Kreisplanungsamt vom August 2008 kam zu dem Ergebnis, dass der Standort Hintermatte-Ost am günstigsten abschneidet."
Die daraufhin in Auftrag gegebene Untersuchung der Gemeinde Gutach zu Auswirkungen auf Natur und Landschaft ergab zum einen, dass die bestehende Grünzäsur wegen der Siedlungsentwicklung von Gutach (Zerschneidung durch Verkehrswege, Sportplatz, Umspannstation) ihre Funktion nur noch sehr eingeschränkt erfüllt. Die demgegenüber vom Gutachter herausgearbeiteten Flächen und Biotoptypen, die noch "Entwicklungspotenzial" haben, "werden als geschützter Landschaftsbestandteil (nach Bundesnaturschutzgesetz) von der Gemeinde sichergestellt".
Diese beiden Bauvorhaben verstärkten wiederum in den letzten Monaten das Interesse des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft des Landratsamtes, im Umfeld von deren Ansiedlung einen Recyclinghof inklusiv Grünschnittplatz für den Einzugsbereich des mittleren Elztals anzulegen.
"Um die zur Verwirklichung erforderlichen Genehmigungsverfahren in die Wege leiten zu können", ist die Änderung im Flächennutzungsplan der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft notwendig. Die drei Gemeinderäte stimmten zu, das derzeit als landwirtschaftliche Fläche deklarierte Gebiet in eine Gemeindebedarfsfläche umwandeln zu wollen, mit der Zweckbestimmung, dort einen kommunalen Bauhof und eine Straßenmeisterei zu errichten.
Autor: Karin Heiß
