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05. März 2010

Gutach braucht Kandidaten

PFARRGEMEINDERATSWAHL: In St. Michael nur 3 Bewerber auf dem Stimmzettel / Das reicht nicht.

GUTACH/SIMONSWALD. Die Pfarrgemeinderatswahlen in den katholischen Pfarreien am 13./14. März stehen bevor. Doch vielerorts gibt es große Schwierigkeiten, genügend Kandidaten für die Sitze in den Pfarrgemeinderäten zu finden (die BZ berichtete bereits von den Seelsorgeeinheiten Oberes Elztal und Waldkirch). In der Pfarrei St. Michael, Gutach könnte sogar schlimmstenfalls gar kein Gremium zustande kommen – mit schwerwiegenden Folgen für die Gemeinde.

"Wir, die Kirche von Freiburg, brauchen Ihre Stimme, brauchen Ihre Erfahrungen und Ihre Bereitschaft, Mitverantwortung zu übernehmen." Mit diesen Worten hat Erzbischof Robert Zollitsch zu den Pfarrgemeinderatswahlen aufgerufen. Doch die Gläubigen winken oft dankend ab.

Das gilt auch für die Gemeinden der Seelsorgeeinheit Mittleres Elz- und Simonswäldertal. Wie bisher werden die fünf Pfarrgemeinden getrennte Gremien haben. In Angelegenheiten, die die gesamte Seelsorgeeinheit betreffen, kommen alle Pfarrgemeinderäte zur gemeinsamen Sitzung zusammen. Die Gemeinden St. Sebastian Untersimonswald (7 Sitze / 7 Kandidaten) und St. Vitus, Siegelau (6/6) haben die erforderliche Anzahl an Bewerbern erreicht. In St. Josef, Obersimonswald, (7/6 ) und St. Georg, Bleibach (7/5 ) wurde das Ziel knapp verfehlt, doch genügt die Kandidatenzahl, um einen Pfarrgemeinderat zu bilden.

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Schlecht sieht es jedoch in der Gemeinde St. Michael, Gutach aus. Lediglich 3 Bewerber stellen sich für die 7 Sitze zur Verfügung. Von den bisherigen Pfarrgemeinderäten macht nur eine Person weiter und lediglich zwei weitere konnten zur Kandidatur bewegt werden. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, teils werden sich bisherige Amtsinhaber beruflich verändern, teils sind sie überlastet. Überhaupt, so Pfarrer Michael Spath, täte sich Gutach schwerer als die übrigen vier ländlich geprägten Gemeinden, genügend Leute für das Ehrenamt zu finden, obwohl die Gemeinde insgesamt durchaus aktiv sei.

Da die Bewerbungsfrist schon abgelaufen ist, bedeutet dies, dass die Wahlzettel offene Felder enthalten werden, in die man handschriftlich Namen eintragen kann. Die auf diese Weise Gewählten müssen dann – in der Reihenfolge der erhaltenen Stimmenzahl – gefragt werden, ob sie die Wahl annehmen.

Sollten in Gutach alle nachträglich Hinzugewählten ablehnen, käme kein Pfarrgemeinderat zustande. Denn dazu müssten mindestens die Hälfte der Sitze besetzt sein. Das hätte für die Pfarrei Folgen: Für Anliegen des Stiftungsrates, das heißt in Finanz- und Personalfragen, würde die Gemeinde ihr Mitspracherecht für die nächsten fünf Jahre verlieren. Dem Pfarrer würde dann in Rücksprache mit dem Ordinariat Freiburg eine Verwaltungsperson zur Seite gestellt. Denn der Pfarrer, so das Kirchenrecht, darf wichtige Verträge nicht alleine unterschreiben, es wird immer eine zweite Person benötigt. Auch ihr Recht, in pastoralen Angelegenheiten mitzuentscheiden und den Pfarrer zu beraten, würde die Gemeinde Gutach für die nächsten fünf Jahre verlieren.

Pfarrer Michael Spath hofft, dass Gutach dieser "GAU", wie er sagt, erspart bleibt. Im Gemeindeblatt und auch in der Sonntagspredigt hat er bereits an die Gläubigen appelliert, sich doch noch zur Wahl zu stellen beziehungsweise nach Kandidaten Ausschau zu halten. Er will auch noch gezielt geeignete Personen ansprechen. Sollten sich noch Gläubige bereit erklären, würde Pfarrer Spath dies offiziell bekannt geben, damit man für die handschriftliche Hinzufügung auf dem Wahlzettel einen Anhaltspunkt hat.

Autor: Thomas Steimer